Internationale Enkeltrickbetrüger-Bande in Frankfurt vor Gericht
Es ist mittlerweile der Klassiker unter den Betrugsmaschen – der sogenannte Enkeltrick, bei dem meist ältere Menschen einen schockierenden Anruf erhalten, massiv unter Druck gesetzt werden und so nicht selten um ihr Erspartes gebracht werden. Doch wer verübt eigentlich solche Taten? Wir haben heute am Landgericht in Frankfurt den Auftakt eines Schockanruf-Prozesses begleitet.
Banden- und gewerbsmäßiger Betrug – so lautet die Anklage heute am Landgericht in Frankfurt. Zwei Männer und eine Frau, zwischen 20 und 25 Jahre alt und alle mit polnischer Staatsbürgerschaft, sollen im Zeitraum von August bis November 2025 an drei Taten beteiligt gewesen sein.
Jacob Bonavita, Staatsanwalt
„Es kam im November 2025 zur Festnahme nach einer Tat, die hier in Frankfurt vollendet wurde. Die Geschädigte hatte da schon den Beutel mit der Tatbeute übergeben. Aber dann konnte die eine Angeklagte auf frischer Tat festgenommen werden. Daraufhin wurden dann die anderen beiden Angeklagten auch festgenommen. Und dann konnte man im Zuge der Ermittlungen noch zwei weitere Taten, eine in Idar-Oberstein und eine weitere Tat aus Offenbach feststellen.“
Bei der Tat in Offenbach wurden dem 88-jährigen Opfer Geld und Wertgegenstände im Wert von 350.000 Euro gestohlen.
Das Besondere an der Tat in Frankfurt, die zur Festnahme aller drei Angeklagten geführt hat: Einer Zivilstreife, die gerade in der Frankfurter Innenstadt unterwegs war, ist die Angeklagte Natalia B. durch ihr ungewöhnliches und hektisches Verhalten aufgefallen.
Jacob Bonavita, Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt
„In diesem Fall war es so, dass den im Einsatz befindlichen Polizeibeamten die Angeklagte aufgefallen ist aufgrund ihres Verhaltens und man dann den Verdacht hatte, dass es sich eben um eine bevorstehende Straftat handelte. Daraufhin haben dann die Polizeibeamten die Angeklagte verfolgt. Und die Vermutung der Polizei war richtig und es kam dann eben auch zu dieser Tat. Und man konnte dann zumindest für diesen Fall die erlangte Tatbeute auch wieder der Geschädigten zurückgeben.“
Bei der Betrugsmasche „Enkeltrick“ geben sich Anrufer meist als Verwandte der oft älteren Opfer aus und spielen eine Notlage vor. Sie hätten zum Beispiel einen Verkehrsunfall verursacht, dabei sei ein Mensch getötet worden. Und daher sei nun sehr schnell eine hohe Kautionszahlung nötig, um Untersuchungshaft zu vermeiden.
Alle drei Angeklagten räumten die Taten zum Teil ein, darunter auch der mit 19 Jahren jüngste Angeklagte Samuel K.
Dominik Slotty, Verteidiger
„Man muss natürlich auch sagen, mein Mandant ist noch relativ jung. Sodass man da eh gucken muss, in wie weit er sich da der Tragweite dieser Taten bewusst ist.“


