Gepimpte E-Bikes – Frankfurter Politiker fordert mehr Kontrollen

Neben E-Scootern gehören auch E-Bikes längst zum Alltag auf unseren Straßen, vor allem in den großen Städten. Laut der Verkehrsunfallstatistik der Polizei Frankfurt ist die Zahl der Unfälle mit E-Bike-Beteiligung im Stadtgebiet zuletzt deutlich gestiegen. Ein Grund: Immer mehr Menschen sind mit diesen Fahrzeugen unterwegs. Doch im Rathaus Römer wird auch ein anderer Aspekt diskutiert: das illegale Tuning von E-Bikes. An der Hauptwache in Frankfurt hat die Polizei Fahrräder auf solche technischen Veränderungen überprüft.

„Hallo. Eine Verkehrskontrolle. Wir wollten hier mal das Fahrrad überprüfen, deswegen fahren sie mal kurz auf die andere Straßenseite. Es dauert auch nicht lange.“
Für diesen E-Bike Fahrer heißt es heute – Polizeikontrolle! Der Beamte  schaut nach, ob das Rad technisch verändert wurde.
Julius Ohlig, Polizei Frankfurt
„Also ich überprüfe gerade, ob das Fahrrad selbstständig fahren kann. Es darf eine Tretunterstützung haben, es darf aber nicht von sich aus fahren können.“
Das Ergebnis: Das Fahrrad ist regelkonform. Es wurde nicht manipuliert. Der Mann darf weiterfahren. Besonders Lieferdienste rücken immer wieder in den Fokus. Dem mobilitätspolitischen Sprecher der CDU im Frankfurter Römer, Frank Nagel, fällt auf: Einige dieser Fahrzeuge überschreiten die zulässigen technischen Grenzen.
Frank Nagel (CDU), Stadtverordneter Frankfurt
„Es gibt immer wieder Fahrzeuge, die deutlich schneller als 25 km unterwegs sind oder ohne überhaupt zu treten, fahren. Das bedeutet also, dass sie in einer ganz anderen Klassifikation sind. Versicherungsschutz wäre notwendig, es wäre ein Helm notwendig. Und man muss ganz klar sagen, dass die Fahrradfahrer dann in einem Tempo unterwegs sind, dass kein Fußgänger mit ihnen rechnet.“
Ein konkreter Zusammenhang zwischen illegalem Tuning  und mehr  E-Bike-Unfällen wurde  zwar bislang durch keine  Studie belegt, dennoch reichen Frank Nagel die bisherigen Maßnahmen nicht aus. Er fordert mehr Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt. Hier gehen heute allerdings keine manipulierten E-Bikes ins Netz. Die Polizei setzt trotzdem auf solche Einsätze, um für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen.
Klemens Hahn, Polizeipräsidium Frankfurt
„Letztendlich gibt es zwei wichtige Aspekte in der Verkehrssicherheitsarbeit. Einmal natürlich der präventive Teil, wir wollen im Vorfeld aufklären, um Unfälle zu verhindern. Aber und das ist hier der zweite Teil, auch die repressive Arbeit. Das heißt wir wollen mit Kontrollen und eben in letzter Instanz auch dem Erheben von Bußgeldern beispielsweise mehr Verständnis schaffen und dafür sorgen, dass sich an die Verkehrsregeln gehalten wird.“
Ob mehr Kontrollen tatsächlich die Straßen sicherer machen? Klar ist: Wer sein E-Bike manipuliert, muss mit empfindlichen Konsequenzen rechnen. Im schlimmsten Fall wird das Fahrrad sichergestellt und es droht eine Strafe von mehreren hundert Euro.