Dürre im Wald: Förster erproben Wasserrückhaltung im nordpfälzischen Meckenbach
Die Hitze hat Folgen. Dürre und ausgetrocknete Böden zum Beispiel. Wasser hat da selbst bei Starkregen wenig Chancen, aufgenommen zu werden. Wie das Wasser in der Landschaft gehalten werden kann, wird auch in Rheinland-Pfalz immer wichtiger. Im Nordpfälzer Bergland setzt ein Projekt deshalb auf ganz praktische Maßnahmen im Wald – unterstützt von Wissenschaft, Forst und vielen Freiwilligen.
Wasser aufnehmen, bevor es zum Problem wird – genau darum geht es hier im Wald bei Meckenbach. Wo Regen bisher den Hang runterlief und nicht nur einmal das Dorf überschwemmte, soll die Landschaft bald mehr Wasser aufnehmen und Geröllmassen zurückhalten. Mehr als 100 Freiwillige engagieren sich von Juni bis Oktober an verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz für sogenannte Wasserrückhalte-Projekte. Wälder funktionieren wie natürliche Speicher – sie bremsen Wasser, halten Feuchtigkeit länger im Boden und können helfen, Folgen von Starkregen und Trockenperioden abzumildern.
Michael Schlarb (parteilos), Ortsbürgermeister Meckenbach
„Wenn hier eine Gewitterzelle irgendwo anrückt, dann löst das natürlich schon Ängste aus. Denn die Bevölkerung hat natürlich ja mehrfach erlebt, was das Wasser hier anrichten kann und von daher ist da schon eine gewisse Angst da und die Leute treffen natürlich auch Vorsorge. Jeder hat irgendwo hier am Hang Sandsäcke liegen.“
In Meckenbach soll eine mit Holzkästen aus Eichenstämmen, Erosionsschutz und Wiederbewaldung mehr Wasser in der Fläche gehalten werden und der unterhalb liegende Ort besser vor Schlamm und Hangrutschen geschützt werden. Getragen wird das Projekt von Landesforsten Rheinland-Pfalz, dem Bergwaldprojekt und jeder Menge ehrenamtlicher Helfer, die für die Projekte ihren Urlaub opfern.
Bernd Junge, freiwilliger Helfer
„Ich brauche das einfach als Abwechselung. Ich war früher Handwerker und mir fehlt dieses körperliche Kaputtsein abends, am Abend zu sehen, was man geschafft hat, das tue ich leider am Schreibtisch nicht, das sind immer nur Konzepte. Und hier ist es das schöne Gefühl, wenn man dann heim geht: Man hat etwas erlebt und hinterlässt auch etwas.“
Neben dem ökologischen Nutzen geht es auch um Bewusstsein: Wer mitarbeitet, soll erleben, wie eng Wald, Wasserhaushalt und Hochwasserschutz zusammenhängen.
Hendrik von Riewel, Projektleiter Bergwaldprojekt
„Die Probleme, die wir hier jetzt exemplarisch sehen in Meckenbach, also sprich: die ein kleiner Ausschnitt und ein kleines Fenster auf die Probleme sind, die wir, glaube ich, insgesamt in Deutschland und auch weltweit haben, das ist der Klimawandel, es ist das Artensterben, es sind nicht mehr funktionierende Ökosysteme, die wir aber brauchen. Unsere Idee ist: Menschen das begreiflich zu machen, Menschen Lösungsansätze auch mit auf den Weg zu geben.“


