Nibelungenfestspiele mit innovativer Bühnenkulisse

Am 17. Juli ist Premiere von „Die Hunnenkönigin“. Die diesjährige Inszenierung der Nibelungenfestspiele soll eine Mischung aus Theater, Musical und Puppentheater werden. Seit vergangener Woche probt das Ensemble draußen vor dem Wormser Dom, wir durften jetzt schon einen Blick auf das Bühnenbild werfen.

Wer vor einem Dom steht, in dem Könige gekrönt wurden, fühlt sich vielleicht selbst wie ein König. Sean Turner stammt auf jeden Fall aus einem Königreich. Der Brite ist berühmt für seine Freiluftsettings. Er ist in diesem Jahr für das Bühnenbild der Wormser Nibelungeninszenierung zuständig.
Sean Turner, Bühnenbildner
„Das Design steht seit November letzten Jahres. Aber es ist gleichzeitig auch ein neues Stück und das entwickelt sich während der Proben weiter. Ich habe eine Plattform geschaffen, auf der das Team weiterhin Ideen einbringen kann, ohne sich einschränken zu müssen. Sie musste offen genug sein, damit sie ihre Ideen in den Proben weiterentwickeln konnten.“
Die Inszenierungen sind jedes Jahr anders. Oft sind besonders die Lichteffekte spektakulär. Diesmal sitzen die Zuschauer nicht nur vor der Bühne. Nach 24 Jahren Nibelungenfestspielen gibt es etwas Neues.
Sebastian Bolz, Technischer Leiter Bühne
„Dass man sich Plätze auf der Bühne kaufen kann, irgendwie mitten in der Szenerie steckt. Dabei sogar einen Blick auf die große Tribüne werfen kann und gucken kann, wie es den 1400, die davor sitzen, eigentlich gefällt.“
Seit gut einer Woche probt das Ensemble draußen. Schatten gibt es kaum auf der Freilichtbühne. Normalerweise wird tagsüber geprobt. Doch weil es so heiß war, ist alles in den Abend verlegt worden.
Petra Simon, Geschäftsführerin Nibelungenfestspiele Worms
„Wir haben natürlich entsprechend unsere Kühlpacks. Das Kostüm bringt immer die Kühlpacks mit. Wir haben dann auch einen Wasserschlauch, um mal schnell den Kopf herunterzuhalten. Wir arbeiten dann mit anderen Probekostümen, die sehr viel leichter sind. Und so geht das dann. Wir kennen das schon ein wenig.“
Neben der Wormser Hitze kennen die Schauspieler auch die physische Herausforderung des Bühnenbilds. Im vergangenen Jahr mussten sie einen Kiesberg rauf und runterlaufen. In diesem Jahr gibt es eine Drehbühne in Schräglage.
Sean Turner, Bühnenbildner
„Es geht schnell genug. Ich will nicht zu viel verraten. Es ist großartig. Du kannst die Spannung spüren. Die Welt bewegt sich unter den Schauspielern, ohne dass sie sich bewegen müssen. Das können wir mit der Drehbühne machen. Sie ist ein tolles Werkzeug.“
Eine Bühne, die sich dreht. Zuschauer, die direkt im Geschehen sitzen. In diesem Jahr bewegt sich was, bei den Wormser Nibelungenfestspielen.