Neue Maßnahmen gegen Wohnungslosigkeit

An heißen Tagen wird ein Tipp besonders großgeschrieben: Zuhause bleiben. Äußerst problematisch wird es aber dann, wenn es gar kein Zuhause gibt. Über 1.700 Menschen leben in Hessen auf der Straße, sind obdachlos. Zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit stellt das hessische Sozialministerium heute ein Maßnahmenpaket vor: Es sollen Millionen fließen.

Frankfurt Anfang der Woche: Mit sofortiger Wirkung wird plötzlich die Schlafstelle für Obdachlose in der U-Bahn Station Eschenheimer Tor dicht gemacht. Der plötzliche Grund: Eine Neubewertung des Brandschutzes. Provisorische Zelte sollen jetzt aushelfen.
Mindestens 34.000 Menschen sind in Hessen von Wohnungslosigkeit betroffen. Die meisten sind in Wohnunterkünften wie diesen untergebracht. Mindestens 1.700 leben jedoch auf der Straße.
Für den Vorsitzenden der Hessen Caritas fehlt diesen Menschen ein grundlegender Baustein für ihr Leben.
Jörg Klärner, Vorsitzender Hessen Caritas
Ich glaube es hat was mit Selbstwertgefühl zu tun, mit Sicherheit, mit Würde, mit Freunden, Begegnungen, Familien. Also all das wie gesagt ich glaube jeder Mensch braucht ein Zuhause und das ist glaube ich ein Dach über dem Kopf.“
Zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit stellt das hessische Sozialministerium heute 15 Modellprojekte vor. Darunter sechs zur Wohnraumsicherung, bei denen Menschen beraten werden, deren Mietverhältnis durch Kündigungen oder Streit mit dem Vermieter gefährdet ist.
Nicht präventiv, sondern direkt sollen sechs weitere Projekte helfen: Nach dem „Housing-First-Ansatz“
Heike Hofmann (SPD), Sozialministerin Hessen
Housing-First sagt, erstmal bekommst du eine Wohnung und dann bist du geschützt. Du hast ein Dach über dem Kopf und wir begleiten dich und unterstützen dich darin, dass du diese Wohnung auch behalten kannst. Zum Beispiel durch Sozialarbeiter, durch Sozialpädagogen, durch Schuldnerberatung. Erstmal ein Dach über dem Kopf, dann sind wir an deiner Seite, damit du deine Wohnung auch behalten kannst.“
Zusätzlich fördert das Land Hessen einen geschützten Tagesaufenthalt für wohnungslose Frauen. Insgesamt investiert das Land jetzt über sechs Millionen Euro bis 2028. Die 15 Modellprojekte sollen dann ausgewertet werden. Die Betroffenen der Notunterkunft hier in Frankfurt hoffen auf eine schnellere Lösung.