Neue Jungfalken an der Greifenwarte Edersee

Im Wildpark am Edersee wird Freiflug und Beutefang geübt. Denn die Greifenwarte hat Nachwuchs: Zwei junge Luggerfalken sind hier frisch angekommen.

Shadow und Light – sie sind die neuen Stars der Greifvogelstation am Edersee. Oder sollen es zumindest noch werden. Gerade einmal 14 Wochen sind sie alt und schon ausgewachsen. In freier Wildbahn müssten sie längst selbst jagen, hier in der Greifvogelstation ist das anders.
Jana Zulauf – Falknerin
Wir ziehen die per Hand groß. Das bedeutet die kriegen das Futter über die Pinzette jedes Mal in direktem Kontakt von uns Falknern.“
Und dieser direkte Kontakt ist wichtig: So bauen die Wildvögel Vertrauen auf, denn für sie ist das Falkner Ehepaar Jana und André Elternersatz. Und wie es sich für Kleinkinder gehört, machen Shadow und Light ordentlich Lärm.
Jana Zulauf – Falknerin
Das ist der Kontaktlaut. Das kann man übersetzen, wie bei einem Kleinkind, was sagt: Mama, Papa, Mama, Papa. Per Hand großgezogen. Das lässt aber nach, je älter die werden.“
Mama und Papa sind aber nicht nur für die Fütterung zuständig. Sie wollen Shadow und Light auch trainieren, damit die zwei Falken am Flugprogramm des Wildparks teilnehmen können. Doch bevor trainiert wird, muss Jana die Jungfalken wiegen. So kontrolliert sie, ob die Vögel gesund sind. 740 Gramm – das passt. Jetzt dürfen Shadow und Light in den Freiflug starten.
Jana Zulauf – Falknerin
Top. Fantastischer Start.“
Dann schnell hinterher: Bis zu 120 km/h schnell können Luggerfalken fliegen. Jana trainiert unterschiedliche Kommandos: Futter im freien Flug fangen, möglichst lange fliegen und landen auf dem Handschuh. Futter dient dabei als Anreiz und Belohnung. Die Falknerin ist zufrieden.
Jana Zulauf – Falknerin
Weil die Vögel sich trotz der Wärme sehr viel bewegt haben. Beide, obwohl sie Jungvögel sind, sehr gut in der Luft gefangen haben, das ist ja etwas, was sie noch üben und trainieren müssen. Und beide haben neue Sitzpositionen entdeckt.“
Das Flugprogramm lockt Besucher an und hilft der Greifvogelstation, sich zu finanzieren. Denn eigentlich ist sie eine Auffangstation für verletzte Wildvögel – die ist mit 35 Vögeln aktuell am Limit.
Jana Zulauf – Falknerin
Ganz viele Schwalben und Mauersegler sind aus den Nestern rausgesprungen. Aufgrund der Hitze. Die haben die Option entweder am Hitzetod zu sterben oder eben rausspringen. Und die hat man uns gebracht, die päppeln wir auf und pflegen die gesund.“
Mit dem Ziel, die Vögel eines Tages zurück in die Wildnis zu entlassen – oder, wie Shadow und Light, für ein Leben im Wildpark zu trainieren.