Wie man sich gegen Telefon-Abzocke wehren kann
Virtuelle Assistenten, die mit Ihnen telefonieren, vielleicht sogar Verträge andrehen, irreführende Angebote – die Liste ist noch viel länger. Im letzten Jahr sind bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rund 20 Prozent mehr Beschwerden eingegangen als im Vorjahr – und damit so viele wie nie zuvor. Wie schwer es ist, sich gerade im Netz vor Betrug zu schützen, zeigt dieses Beispiel aus Dirmstein in der Pfalz.
Alles beginnt mit einer Zeitschrift im Briefkasten von Manfred Staub. Insgesamt drei Ausgaben erhält der 80-jährige Rentner – ohne das kostenpflichtige Abo je abgeschlossen zu haben. Genau das wird im Schreiben eines Dienstleisters für Pressevertrieb aber später behauptet, ein angeblich aufgezeichnetes Telefonat soll das belegen.
Ein Telefonat, das nie stattgefunden hat – es wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz generiert.
Manfred Staub, Betrugsopfer
„Erschrocken ist gar kein Ausdruck. Ich kann Ihnen die Gesichtsausdrücke von mir und meiner Frau überhaupt nicht erklären, wie wir da an dem Abend… Und das geht dann ein paar Tage. Was ist da, die wollen das Geld, die wollen das, da kommt ein Inkassobüro… In meinem Alter sind Sie da gleich nebendran.“
Doch Manfred Staub lässt nicht locker. Er schickt die Zeitschrift zurück, widerspricht dem Bezug mehrfach schriftlich. Schließlich erstattet er Anzeige und schaltet die Verbraucherzentrale ein – mit Erfolg, das Abo wird eingestellt. Kein Einzelfall, wie die Zahlen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz belegen. Die hat im vergangenen Jahr insgesamt 130.000 Anfragen, davon gut 25.000 Beschwerden erhalten. In mehr als der Hälfte der Fälle ging es um Online-Einkäufe und digitale Dienste.
Heike Troue, Vorständin Verbraucherzentrale RLP
„Dazu gehören im letzten Jahr wieder sehr stark untergeschobene Abo-Verträge, Zeitschriften, Schwierigkeiten beim Kauf von Haushaltsgegenständen, Möbeln und so weiter. Da geht’s dann auch oft darum, wenn die Sachen nicht passen und zurückgeschickt werden, dass man sein Geld zurückbekommt.“
KI-Chatbots statt Kundenservice – daran scheiterten zunehmend Versuche von Verbrauchern, ihre Anliegen selbst zu klären. Dem setzt die Verbraucherzentrale Informations- und Beratungsangebote, digitale Musterbriefe, Fakeshopfinder und juristischen Beistand entgegen. Nach zuletzt 29 Abmahnungen und 19 von 20 erfolgreichen Gerichtsverfahren rüstet man sich aktuell für künftige Sammelklagen und mehr Verbraucherschutz bei KI-Anwendungen. Manfred Staub hat seine Erfahrungen damit gemacht und rät anderen:
Manfred Staub, Betrugsopfer
„Zweimal nachdenken. Ich meine, ich war schon immer vorsichtig. Also, ich würde niemals irgendwelche Daten am Handy oder am Telefon preisgeben.“


