Pilotprojekt mit selbstfahrendem Auto
Der Öffentliche Personennahverkehr soll ausgebaut. Das zumindest hören wir tagein tagaus von der Politik. Und tatsächlich werden allein in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr eine Milliarde in Bus und Bahn gesteckt. Doch gerade in ländlichen Regionen bleibt alles beim Alten – das Auto ist unverzichtbar. Ein Pilotprojekt in der Eifel soll jetzt dabei helfen auch Menschen ohne eigenes Auto individuell von A nach B zu bringen.
Dennis Hohenfeld macht eine Ausbildung zum Mechatroniker. Regelmäßig muss er deshalb nach Gerolstein in die Berufsschule. Dazu nutzt er einen besonderen Fahrservice der Verbandsgemeinde Arzfeld. Dieses Auto fährt zwar fast von ganz allein – ein Fahrer muss aber weiterhin überwachen, dass das Fahrzeug keine Fehler macht.
Dennis Hohenfeld, Auszubildender
„Ich fahre morgens ca. 20 bis 30 Minuten zur Schule und wenn ich den Full Self Driving überwachten Service nutze, dann muss ich mich gar nicht anstrengen zur Schule zu kommen und kann dann auf dem Weg entspannen und das ist auf jeden Fall hilfreich für mich selbst.“
Fahrten mit dem selbstfahrenden Auto, aber auch den herkömmlichen Rufbussen, können per Anruf bei der Verbandsgemeinde gebucht werden. Das Angebot richtet sich vor allem an Rentner und Schüler ohne eigenes Auto, die beispielsweise zum Arzt oder zur Schule müssen.
Johannes Kuhl (CDU), Bürgermeister Verbandsgemeinde Arzfeld
„Aus meiner Sicht ist vielleicht irgendwann dieses komplett autonome Fahren ein bisschen auch die Zukunft, um die Lücken zu schließen. Wir sind sehr auf Individualverkehr angewiesen, wir haben einen verbesserten ÖPNV, aber auch da arbeiten wir mit einem Rufbussystem: Thema Fachkräftemangel. Und ich denke das sind so diese Schnittstellen, die uns zukünftig einfach weiterhelfen.“
Die Autos stellt Tesla Automation aus Prüm für das Pilotprojekt zur Verfügung. Der Full-Self-Driving Mode – also der Selbstfahrmodus – arbeitet mit acht Kameras am Fahrzeug und ist im deutschen Straßenverkehr eigentlich noch gar nicht zugelassen. Für das Projekt gibt es eine Ausnahme – ein Fahrer muss am Steuer sitzen. Die Zukunft soll aber anders aussehen: dann sollen die Fahrgäste alleine im Auto sitzen. Die Eifler sind von dem Angebot überzeugt.
Johannes Kuhl (CDU), Bürgermeister Verbandsgemeinde Arzfeld
„Ich muss sagen es ist sehr gut angekommen. Ich hatte anfangs selbst eine gewisse Skepsis, weil wir doch überwiegend Seniorinnen und Senioren begleiten. Die sind der Sache aber doch sehr offen und positiv gegenüber und wir haben mittlerweile eine explizite Nachfrage nach diesen Fahrten.“


