17:30@night mit Natasha Bedingfield

Den großen Karrieresprung im Musikbusiness hat Natasha Bedingfield schon vor über 20 Jahren gemacht. Aktuell ist die Britin auf zahlreichen Festivals in Deutschland unterwegs – vor der Show in Mainz hat Nina Seeh die Ausnahmekünstlerin zum Interview getroffen.

Die Hitze spielt heute keine Rolle. Mehr als 4.000 Menschen sind nach Mainz gekommen – für Natasha Bedingfield. Dabei hätte ihre Karriere auch einen ganz anderen Weg nehmen können. Bevor sie als Musikerin international durchstartete, studierte sie Psychologie.
Nina Seeh, Reporterin: „Wie sehr hat dieser Background deine Art, Musik zu schreiben beeinflusst?“
Natasha Bedingfield, Sängerin: “Ich denke, es zeigt eher, woran ich interessiert bin, als wirklich wie ich schreibe. Ich weiß, ich rede in meiner Musik davon, positiv zu sein, aber ich bin ziemlich pessimistisch. Ich stelle einfach immer Fragen. Warum machen wir die Dinge auf diese Weise? Die Antwort gibst du im Song eigentlich nicht, du musst nur die Frage stellen.”
Genau das liebt sie: Dass jeder ihre Musik ganz unterschiedlich für sich interpretiert.
Natasha Bedigfield, Popstar: „Manchmal sagt jemand im Krankenhaus zu mir, ‚Pocketful of sunshine‘ hilft mir einfach, so viel durchzumachen, oder sogar ein Familienmitglied stirbt, ich habe viele Leute sagen hören, dass es sie plötzlich daran denken lässt, ‚bring mich weg an einen besseren Ort‘, weg vom Leiden und Schmerz. Deshalb liebe ich, wie es für verschiedene Leute anders wirken kann, denn manche Leute sagen, dass ‚Pocketful of sunshine‘, sie denken, es geht um Heroin. Eine Tasche voller Sonnenschein..“
Natasha Bedingfield steht seit Jahrzehnten auf der Bühne. Sie hat den Wandel der Musikbranche von CDs über MP3-Player und Downloads bis hin zu Streaming und Social Media miterlebt. Durch TikTok erlebt ihr über 20 Jahre alter Hit „Unwritten“ gerade ein neues Comeback – und begeistert eine jüngere Generation. Doch auch für sie selbst bekommt der Song immer wieder eine neue Bedeutung.
Natasha Bedingfield, Popstar: „Sogar für mich springen verschiedene Stellen heraus. Dieses Jahr ist das Thema, das heraussticht, „niemand anderes“. Denn mir ist aufgefallen, dass alle so leidenschaftlich ‚Noo ne else, no one else‘ sagen, und ich denke, es ist dieses Gefühl, das mir gefällt: ich bin etwas Besonderes. Weißt du, niemand sonst außer mir kann diese Entscheidungen treffen.“
Ihre Stimme gehört auf die Bühne. Doch sie nutzt ihre Reichweite auch für gesellschaftliches Engagement. Besonders für die queere Community.
Natasha Bedingfield, Sängerin: „Meine Eltern haben mich so erzogen, dass soziale Anliegen wichtig sind. Auch wenn ich nicht lesbisch bin, war die Community einfach etwas unglaublich Lebensveränderndes für mich, weil sie mich ermutigt hat, authentisch zu sein.“
Und Fans können sich freuen. Denn auch nach so vielen Jahren denkt Natasha noch lange nicht ans Karriereende.
Natasha Bedingfield, Popstar: „Ich sehe mich selbst als Sportler. Ich denke, dass jeder, der Erfolg hat, wie ungesund besessen von dem sein muss, was er tut, und ich bin so ein bisschen so mit Musik. Auch wenn ich vor 20 Jahren so großen Erfolg hatte, habe ich das Gefühl, dass ich jetzt besser bin und ich noch will besser werden.“
Diese Energie ist heute in Mainz nicht zu übersehen – sowohl auf als auch vor der Bühne.