Sommerabend der Wirtschaft

Die Stimmung war gut – trotz all der Herausforderungen: Bei heißen Temperaturen haben mehr als 800 Gäste in Mainz den Sommerabend der Wirtschaft gefeiert und sich dabei natürlich auch über die wirtschaftspolitische Lage ausgetauscht. Eindeutiger Tenor: Es muss sich endlich etwas tun in unserem Land.

Hier spielt die Musik: Großer Andrang beim Sommerabend der Wirtschaft, zu dem die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen, die Handwerkskammer Rheinhessen und die Verlagsgruppe Rhein-Main eingeladen haben. Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Medien beim lockeren Gespräch – darunter auch die Geschäftsführer der Firma TV IIIa, die hier im Verlagsgebäude das Regionalmagazin 17:30 Sat.1 live produziert. Dabei kann die Partystimmung nicht ganz darüber hinwegtäuschen, dass in der Wirtschaft vieles zurzeit nicht rund läuft.
Marcus Walden, Präsident IHK für Rheinhessen
„Sie erleben momentan in der Wirtschaft eine starke Zurückhaltung. Sie erleben eine Investitionszurückhaltung. Die Stimmung ist gedrückt aufgrund der ausbleibenden Reformen. Also es sind alle willig, es stehen alle bereit, endlich loszulegen. Aber wir brauchen jetzt die Impulse von außen. Also ganz dringend kommen muss Bürokratie-Abbau. 95 % unserer Unternehmen sagen, das bremst uns. Wir müssen im Bereich der Digitalisierung, gerade bei der Verwaltung, einen enormen Schritt vorankommen.“
Vor allem in Sachen Bürokratieabbau ist die Botschaft bei der Politik inzwischen offenbar angekommen.
Michael Ebling (SPD), Wirtschaftsminister RLP
„Wir haben zu viele Regeln. Wir haben fast auch ne Regelungswut. Und letztendlich, mal ganz ehrlich, es sind Sachen dabei, und viele Sachen sogar, denen wir begegnen, wo wir uns doch alle irgendwie fragen: Muss es so sein? Muss es so detailliert sein? Muss es so in die Tiefe gehen?“
Bei einem gemeinsamen Glas Wein darüber reden ist das eine – doch die Wirtschaft erwartet endlich Ergebnisse.
Anja Obermann, Hauptgeschäftsführerin Handwerkskammer Rheinhessen
„Mittlerweile ist mein Hauptthema: Setzt überhaupt mal was um. Das gilt für die Bundesebene, aber natürlich auch für die Landesebene. Denn wir brauchen dringend Reformen. Das weiß ja jeder. Und die werden ganz oft zerredet. Deswegen bin ich jetzt auch nicht der Mensch, der an einzelnen Dingen da jetzt immer Kritik übt. Es soll überhaupt  jetzt mal was umgesetzt werden. Damit wir das Gefühl haben in Deutschland: Es geht wieder was.“
Neue Regierung, neues Glück? Viele Partygäste setzen große Hoffnungen auf die neue schwarz-rote Landesregierung. Ministerpräsident Gordon Schnieder zeigt sich optimistisch.
Gordon Schnieder (CDU), Ministerpräsident RLP
„Sie werden merken, dass wir mit der neuen Landesregierung viel vorhaben. Wir kommen jetzt langsam in die Aufstellung in Rheinland-Pfalz, die Planung, die Umsetzung, auch in die kommunale Umsetzung. Da geht es um Infrastruktur-Ausbauten. Straßen, Brücken. Da geht es um Sanierung von Schulen. Dass die Menschen merken, hier passiert was. Das sind 4,8 Milliarden in den nächsten 12 Jahren insgesamt. Und das Land hat ja nochmal 600 Millionen draufgelegt für die kommunale Seite.“
Diese Pläne kommen auch bei der rheinland-pfälzischen Wirtschaft gut an. Allein – es fehlt der Glaube, dass sie auch wirklich schnell in die Tat umgesetzt werden. Und die Musik nicht vielleicht doch irgendwann woanders spielt.