„Parzival“ eröffnet die Bad Hersfelder Festspiele

Auf der Höhe der Zeit sind auch die Bad Hersfelder Festspiele, die in diesem Jahr ihr 75. Jubiläum feiern. Und so wird die mittelalterliche Stiftsruine auch in diesem Jahr wieder zur Theaterbühne unter freiem Himmel. Los geht die diesjährige Saison mit der Premiere von „Parsival oder Die Suche nach dem Heiligen Gral“. Mit der Hauptfiguer Parzival, die sich in einer Welt voller Ritter und Königen erst einmal beweisen muss.

„Ich bin nicht dumm. Ich bin Parzival. Und ihr? Wer seid ihr?“ – „Wir sind Ritter.“ – „Ritter?“ – „Weißt Du nicht was Ritter sind?“ – „Nein, das weiß ich nicht. Aber ich will auch ein Ritter sein. Ich will so aussehen wie ihr.“
Parzival wächst bei seiner Mutter im Wald auf, abgeschieden von der großen weiten Welt.
Thieß Brammer, Schauspieler
„Und der will dann auch raus, will ins Leben. Aber ist halt sehr geprägt von so Statussymbolen, von äußeren Sachen. Einer schönen Rüstung, Ritter sein. Der hat das noch nicht so im Abgleich, dass es vielleicht auch auf innere Werte ankommt.“
Kurz nach seinem Aufbruch muss Parzival schnell lernen: Eine Rüstung allein macht noch keinen Ritter. Und die Ritter der Tafelrunde lassen sich so leicht nicht beeindrucken. Das Werk „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach, Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden, ein Klassiker der Weltliteratur. Und von Regisseur Michael Schachermaier für die Bad Hersfelder Festspiele in einer neuen Version auf die Bühne gebracht.
Michael Schachermaier, Regisseur
„Die Geschichte ist zwar über 800 Jahre alt, aber gleichzeitig einfach ein unglaublich heutiger, zeitgenössischer Stoff. Dieser Parzival ist eine wahnsinnige Identifikationsfigur für dieses Publikum hier geworden. Und wir alle können uns in Parzival wiederfinden und wiedererkennen. In seinen Höhen und Tiefen. Genauso wie in seinen Ängsten und Nöten, aber ich glaube auch in seiner Freude. Und am Ende des Tages ist es eine Geschichte über Mitgefühl und Empathie geworden.“
Begleitet von mystischen Bühnenbildern, jeder Menge Emotionen, tierischen Akteuren und einer Live-Band auf der Bühne.
Der Spielort Stiftsruine, für die Wienerin Elke Hesse – bereits von 2006 bis 2009 Intendantin der Bad Hersfelder Festspiele – eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. 18
Elke Hesse, Intendantin Bad Hersfelder Festspiele
„Klar gibt es Flashbacks. Aber auf der anderen Seite weiß ich natürlich, dass ich jetzt mehr Erfahrungen habe und gehe das ganze wirklich gelassener an. Wenn Probleme auftauchen kommen, und Probleme kommen jeden Tag, dann muss man einfach wirklich quasi als Mutter der Nation muss ich einfach diese Gelassenheit auch repräsentieren.“
Im Vorjahr haben die Festspiele  laut  Bilanz mehr als 100.000 Besucher angelockt.  Neben den sechs Hauptstücken will Elke Hesse  mit einem Rahmenprogramm aus Konzerten, Lesungen und mehr ein noch breiteres Publikum ansprechen.  Das Theaterfestival läuft noch bis zum 16. August. Und damit auch  Parzivals Suche nach sich selbst und nach dem heiligen Gral.