Schaltgespräch mit Meteorologe Dominik Jung

Markus Appelmann spricht mit ihm über die Ursache der Hitzewille und die Aussichten für den Sommer.

Markus Appelmann, Moderator:
Über die ungewöhnliche Hitzewelle im Juni spreche ich jetzt mit dem Meteorologen Dominik Jung in Wiesbaden. Hallo Herr Jung!
Dominik Jung, Meteorologe:
Hallo. Guten Abend.
Appelmann:
Warum hat uns die Hitze derzeit so fest im Griff? Was sind die Ursachen für die aktuelle Hitzewelle?
Jung:
Ja, es hat sich seit Tagen ein Hoch etabliert über Mitteleuropa und das bringt viel Sonnenschein und eben auch sehr warme Luftmassen aus Südeuropa. Von Spanien, Frankreich bis nach Deutschland, bis zu uns hier nach Rheinland-Pfalz und Hessen. Und dieses Hoch ist stabil. Und das sorgt dafür, dass es immer heißer wird. Man nennt es auch umgangssprachlich Heat Dome oder Hitzekuppel, und zwar diese Hitzekuppel bei uns ist eben auch sehr heiß.
Appelmann:
Jetzt stehen wir ja noch zu Beginn des Sommers. Der Juli und August stehen uns erst noch bevor. Was bedeutet das für den Rest des Sommers. Wird es dann noch viel schlimmer?
Jung:
Ja, in der Tat, das war ja gerade erst der Sommeranfang gewesen und normalerweise ist es nun nicht so heiß. Es sind 10 bis 15 Grad über dem Durchschnittswert als nun mal zu erwarten sind. Und die heiße Zeit des Jahres kommt ja eigentlich erst noch Ende Juli, Anfang August, die Hundstage. Irgendwie hat man das Gefühl, die Hundstage sind sehr früh dieses Jahr dran. Da kann noch einiges auf uns zukommen. Die längerfristigen Prognosen, die gehen von einem deutlich zu warmen Juli und August aus. Ob es dann noch mal solche Hitzespitzen geben wird, das kann man heute aber noch nicht sagen. Es könnte auch nasser werden, vielleicht mal zeitweise, aber erst mal bleibt es dann doch eher sehr heiß und auch der Julistatt wird wohl sehr warm ausfallen.
Appelmann:
Also noch ist ausharren und schwitzen angesagt, sagt der Meteorologe Dominik Jung. Danke.
Jung:
Gerne. Schönen Abend.