Kommt ein Social-Media-Verbot für Jugendliche?

„Unsere Kinder und Jugendliche brauchen mehr Schutz vor Social Media.“ Zu diesem Schluss kommt eine Expertenkommission, die im Auftrag der Bundesregierung Vorschläge erarbeitet hat – die seit dem heutigen Mittag auf dem Tisch liegen.

Seit Sommer vergangenen Jahres hat eine Expertenkommission im Auftrag des Bundesfamilienministeriums Vorschläge erarbeitet. Dabei herausgekommen sind insgesamt 56 Handlungsempfehlungen an die Bundesregierung, um Kinder im digitalen Raum besser zu schützen. Die Kommission möchte unter anderem ein bundesweites Handyverbot an Schulen bis zur siebten Schulklasse. Bisher gibt es in den einzelnen Bundesländern verschiedene Regelungen. Außerdem empfiehlt die Kommission eine Kinder-online-Wache – also eine Anzeige- und Meldestelle extra für Kinder, um zum Beispiel Straftaten einfacher zu melden. Der Zugang zu Social-Media-Plattformen soll erst ab 13 Jahren gestattet sein. Um das zu kontrollieren, soll eine Altersprüfung verpflichtend sein. Bis zum 18. Lebensjahr gelten auf den Plattformen dann abgestufte Schutzstandards. Mit diesen Vorschlägen werden vor allem die Plattformanbieter in die Pflicht genommen.
Schon im rheinland-pfälzischen Landtagswahlkampf Anfang des Jahres hatte die Diskussion um ein mögliches Social-Media-Verbot hohe Wellen geschlagen. Damals lagen die Positionen von SPD und CDU nicht allzu weit auseinander.
Alexander Schweitzer (SPD), Spitzenkandidat, am 28.01.2026
„Verbot für Kinder selbstverständlich, aber für Jugendliche und Heranwachsende ist es eine Illusion und geht an der Realität vorbei, wird nicht funktionieren und glaubt nur Probleme zu lösen, die wir bessern lösen, durch Medienkompetenz und durch souveräne Entscheidungen von jungen und heranwachsenden Menschen, die ihr Leben lang mit digitalen Möglichkeiten umgeben sein werden und die müssen wir dabei unterstützen.“
Der damalige CDU-Spitzenkandidat  Gordon Schnieder wollte noch  einen Schritt weiter gehen.
Gordon Schnieder (CDU), Spitzenkandidat, am 02.03.2026
„Es geht um die mentale Gesundheit unserer Kinder. Deswegen bin ich für ein Verbot von Social Media bis zum 14. Lebensjahr. Gleichzeitig parallel daneben Medienbildung, damit dann die jungen Menschen, die das natürlich auch als Kommunikationsplattform nutzen, entsprechend auch geschützt und gesichert dann in diese Prozesse, in diese Medien, danach auch in Anführungszeichen eintauchen können.“
Durch die Vorschläge der Expertenkommission steigen jetzt die Chancen, dass sich die schwarz-rote Regierungskoalition im Bund auf eine gemeinsame Strategie einigt. Ob diese Kinder und Jugendliche vor den Social-Media-Gefahren besser schützt, wird die Realität zeigen.