Betriebsversammlung im Volkswagen-Werk Kassel
Es ist noch gar nicht lange her, da waren die Sorgen im Volkswagen Werk Kassel in Baunatal groß: Hat der Standort überhaupt noch eine Zukunft? Inzwischen hat sich die Stimmung sowohl bei der Werksleitung als auch in der Belegschaft wieder deutlich gebessert. Auch aus der heutigen Betriebsversammlung kommen überwiegend positive Stimmen zur Situation in Baunatal.
Für die rund 14.500 Beschäftigten im VW-Werk Kassel heißt es erst mal: aufatmen. Im Volkswagen-Konzern wird derzeit oft von einer „angespannten“, gar „existenzbedrohenden“ Lage für VW auf den internationalen Märkten gesprochen. Doch auf Baunatal scheint das kaum durchzuschlagen. Seit Monaten ist das VW-Werk dort voll ausgelastet – teilweise mussten sogar rund 300 Mitarbeiter von anderen Standorten mithelfen, um in Nordhessen Getriebe und Elektromotoren zu produzieren.
Ingo Spengler, Werksleiter Volkswagen Kassel
„Unsere Abrufe für dieses Jahr sind auf einem guten, hohen Niveau. Und stabil. Das heißt, wir können in Ruhe in das Werk bekommen. Von der Arbeitsweise, vom Schichtmodell her. Mein Eindruck: Wir sind ein Superwerk. Was ist super: Wir haben eine Belegschaft, die sehr viel Erfahrung hat. Die auf Neudeutsch commited ist. Aber auch ein sehr breites Produktportfolio mit einer hohen vertikalen Integration – vom Aluminiumspritzguss über Elektronikbauteile bis hin zu einem fertigen Getriebe, was wir am Standort produzieren.“
Auch nach Ansicht des Betriebsrats ist der Standort Kassel aktuell sehr stabil aufgestellt. Mit einer Kündigungswelle sei nicht zu rechnen. Vor zwei Jahren, also mitten in der letzten großen Krise bei VW, hatte sich der Konzern mit der Gewerkschaft IG Metall auf einen Tarifabschluss samt Perspektiven für das Werk in Baunatal geeinigt. Daran – so der Betriebsrat – dürfe der Vorstand nicht mehr rütteln.
Carsten Büchling, Betriebsratsvorsitzender VW Kassel
„Wir haben ja beim letzten harten Tarifkampf eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 verhandelt. Die muss Bestand haben. Und diese verbindliche Aussage, die muss jetzt auch kommen.“


