19-jährige Busfahrerin

Mit dem Bus direkt vor den Eiffelturm fahren und ein Selfie machen – diesen Traum will sich Lea Meise aus dem hessischen Rotenburg an der Fulda bald erfüllen. Doch Auslandsreise darf sie erst mit 21 angehen. Das dauert also noch ein bisschen für eine der jüngsten Busfahrerinnen Deutschlands – eine Nordhessin, die in jungen Jahren schon viel hinterm Steuer erlebt hat.

14 Meter lang. 440 PS. Gesteuert von einer 19-Jährigen.
Lea  Meise  hat ihren Platz im Leben gefunden: ganz vorne links. Als Busfahrerin besteht ihr Alltag aus Schülerfahrten, Behindertentransporten  und Busreisen. Heute steht eine Tour an den Edersee an. Ihre Fahrgäste holt sie in Melsungen ab.
„Ich bin die Lea, ich fahre euch heute an den Edersee. Ich wünsche uns eine gute Fahrt. Wenn irgendwas ist, einfach einmal melden.“
Eine junge Frau am Steuer überrascht viele. Für Lea ist es dagegen die Erfüllung eines Kindheitstraums.
Lea Meise, 19-jährige Busfahrerein
„Große Autos fahren. Große Autos verstehen. Wie funktioniert das, wie muss ich um die Kurve fahren. Nicht zu eng und lenken mit dem Überhang. Da muss man schon umdenken, das ist nicht wie normales Autofahren. Aber ich muss sagen ich hatte nie richtige Schwierigkeiten einen Bus zu fahren. Das ist irgendwie in die Wiege gelegt.“
Schon mit 16 Jahren beginnt  sie ihre Ausbildung zur Berufskraftfahrerin. Als jüngste Schülerin ihrer Klasse muss sie sich oft behaupten. Auch später am Steuer begegnen ihr immer wieder Vorurteile.
Lea Meise, 19-jährige Busfahrerein
„Am Anfang war ich mit einer Truppe unterwegs und da kamen dann blöde Kommentare von wegen ich könnte das doch eh nicht und so eine junge Frau hinters Steuer lassen, wer sowas machen würde. Das war so der Moment wo ich dann mir selber gesagt habe: einfach reden lassen.“
Heute kommt ihr  Fahrstil gut bei den Fahrgästen an. Nach der Ankunft am Edersee gibt es Lob für die junge Fahrerin.
„Ich muss Ihnen mal ein Kompliment machen für die Fahrerei.“
Renate Eckard
„Ich bin erstaunt, dass man in den jungen Jahren schon zu einem Busführerschein kommt.“
Sigrid Hruschka  und Elli Iber
„Ich habe auch gerade zu ihr gesagt das ist super, dass sie das kann. Das ist ganz toll. Was heute die Frauen alles können. Sie fährt aber auch vorsichtig.“
Wilhelm Weiß
„Ich finde das total klasse, weil das muss ja auch gefördert werden. Und wenn das ein Familienbetrieb ist und die Generation macht weiter, finde ich’s total klasse.“
Das Unternehmen ist seit 1984 in Familienbesitz. Damals übernahm  Leas Großvater die Firma. Bis  heute ist er ihr größtes Vorbild.
Lea Meise, 19-jährige Busfahrerein
„Mit dem Bus möchte ich auf jeden Fall überall hin wo der Opa war. Paris Frankreich, Italien. Alles, was der gesehen hat, möchte ich auch sehen. Das aber erst mit 21, weil da darf ich erst ins Ausland. Aber da freue ich mich sehr drauf.“
Viele Kilometer und neue Länder warten noch auf sie. Für Lea hat die Reise gerade erst begonnen.