Tierische Freundschaft: Dackel adoptiert Rehkitz
Ernst-Wilhelm und Friederike Kalden aus dem hessischen Wanfried pflegen bei sich zu Hause Wildtiere. Viele der Tiere kommen verletzt oder verwaist hier an und bekommen eine zweite Chance. Hilfe bekommt das Paar dabei von ihren eigenen Vierbeinern – hier ist die Geschichte von einem tierischen Traumpaar.
Die Haustür wird hier gleich doppelt bewacht – von Wachhund und Wachhirsch. Pflegekind Archie kam vor knapp zwei Monaten zur Familie Kalden.
Friederike Kalden, Ziehmama
„Seine Mutter hat ihn wohl liegen lassen als das Rudel geflüchtet ist. Dann würde er zu uns gebracht und dann haben wir aber auch festgestellt, dass er ne ziemlich starke Nabelentzündung hatte, also das hätte er draußen allein auch sowieso nicht überlebt.“
Neben der medizinischen Versorgung bekommt Archie vor allem viel Nähe und Fürsorge. Und die kommt nicht nur von seinen menschlichen Pflegern. Dackeldame Nala übernimmt kurzerhand die Rolle der Pflegemama. Inzwischen ist Archie deutlich selbstständiger geworden. Für Nala bedeutet das allerdings nicht weniger Arbeit. Denn schon wartet die nächste Aufgabe auf sie: Rehkitz Linus kommt stark geschwächt und mit einer Verletzung an der Wirbelsäule in die Wildtierstation.
Friederike Kalden
„Nala hat ihn gesehen und hat ihn ins Herz geschlossen. Und ist dann direkt in die Kiste zu ihm unters Rotlicht gehopst und hat ihn dann erst mal gepflegt, also mit der Zunge abgeleckt, was natürlich auch den Kreislauf animiert. Aber auch dann das Kot und Urin absetzen, das macht sie dann auch, was ja die Ricke tun würde.“
Und nicht nur Nala hat derzeit alle Pfoten voll zu tun. Aktuell kümmert sich die Familie um 19 Rehkitze. Fast täglich kommen neue Anfragen hinzu.
Ernst-Wilhelm Kalden, Tierarzt
„Meiner Ansicht nach liegt es allein daran, dass die Straßenränder nicht mehr ordentlich und termingerecht gemäht werden und der Autofahrer hat zurzeit keine Chance dem Reh auszuweichen, weil direkt neben der Straße zwei Meter hohes Gras steht.“
In freier Wildbahn würden sich die Wege dieser Tiere eher selten kreuzen. Hier auf dem Hof wachsen Wildtiere, Hunde und Schafe Seite an Seite auf. Da bleibt es nicht aus, dass manche Eigenheiten gegenseitig abfärben.
Friederike Kalden, Ziehmama
„Wenn es ihm gut geht, wälzt er sich tatsächlich sehr gerne und das ist schon vergleichbar mit den Hunden. Er macht es zwar, wenn es warm ist auch hirschtypisch in der Suhle, aber auch geht er dann mal gerne ins Hundekörbchen und wälzt sich da und streckt sich und genießt es.“


