Künstliche Intelligenz in der Schirn

Künstliche Intelligenz kann einen Künstler wie Rembrandt nachahmen und ist damit eine Gefahr – sie kann aber auch einen Mehrwert haben, in dem sie selbst Künstler ist. Und um letzteres kümmert sich die Schirn Kunsthalle in Frankfurt aktuell. Es geht also um die Kunst der Künstlichen Intelligenz.

„Mechanical Kurds“ heißt die Installation von Hito Steyerl. Übersetzt: mechanische Kurden. Es geht um kurdische Minijobber, die Künstliche Intelligenz mit Informationen füttern, die zum Training unbemannter Drohnen beitragen. Drohnen, die möglicherweise gegen dieselbe kurdische Bevölkerung eingesetzt werden könnten.
In diesem Diagramm geht es um Innovationen, technische Entwicklungen aus 500 Jahrhunderten, die am Ende zum aktuellen Stand der künstlichen Intelligenz führen.
Antonio Somaini, Kurator von „The World Through AI“
„In der Ausstellung sind Werke von 30 internationalen Künstlern zu sehen. Die Arbeiten können uns dabei helfen, zu verstehen, was es bedeutet, eine Welt zu erleben, die von Künstlicher Intelligenz geprägt ist. Zu leben, zu handeln, zu denken, in einer Welt, die immer mehr durch unterschiedliche KI-Modelle beeinflusst wird.“
Hier geht es um reale Fotos unterschiedlicher Menschen, die durch KI ein neues Aussehen bekommen. Diese an Mondgestein erinnernde Kunst, ist ganz realer Abfall. Geschmolzene Überreste von aussortierten Computern. Die Historikerin Ania Szczepanska hat einen Film über den heutigen Standort der Frankfurter Schirn gedreht. Eine ehemalige weltbekannte Druckerei. Gegründet von der jüdischen Familie Dondorf. Sie wird im Nationalsozialismus enteignet, verfolgt, deportiert und ermordet. Für ihre Recherche hat die Historikerin auch KI genutzt und ist dadurch auf Fake News, aber auch reale Fakten gestoßen.
Ania Szczepanska, Historikerin
„Es ist meine Arbeit als Historikerin, die Unterschiede aufzuzeigen. Die Menschen darauf aufmerksam zu machen, bei der Bewertung von vermeintlich historischen Bildern vorsichtig zu sein, ganz genau darüber nachzudenken, was sie sehen.“
In der Ausstellung geht es auch darum, wie viel menschlichen Input KI braucht, um zu funktionieren. – Hier kann sich der Besucher von künstlicher Intelligenz bewerten lassen. Wer sein Gesicht verzieht, wird schnell zu einer gruseligen, unangenehmen Person.
Sebastian Baden, Direktor Schirn Kunsthalle Frankfurt
„Glauben wir alles, was wir sehen? Was ich sage, oder was ich höre? Und genau diese Frage an die Wahrheit und auch an die eigene Wahrnehmung, das sind die zentralen Themen dieser Ausstellung.“
Es gibt insgesamt 17 Themenbereiche. Wer sich „The World Through AI“ anschaut, sollte sich Zeit nehmen und sich einlassen auf eine Reise in die Welt der Künstlichen Intelligenz. Bis zum 20. September bleibt die Ausstellung in der Frankfurter Schirn.