Strassburger Filter klagt über wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die deutsche Wirtschaft schwächelt gewaltig – schwierige Investitions- und Standort-Bedingungen, sowie weltweite Krisen und Handels-Barrieren setzen die Industrie unter Druck. Umfassende Strukturreformen sind bislang ausgeblieben. Die Bundesregierung ringt schon länger um Lösungen – doch noch ist völlig unklar, wie sie aussehen sollen. Auch der Maschinenbauer Strassburger Filter im rheinhessischen Westhofen steht vor großen Herausforderungen.
Aktuell produzieren hier 45 Mitarbeiter Filtersysteme und Anlagen zur Fest-Flüssig-Trennung. Ursprünglich für die Anwendung im Weinbau und der Getränkeherstellung, mittlerweile überwiegend für die Chemie- und Pharmaindustrie. Im Bereich der Blutplasmafraktionierung, wichtig für die Arzneimittelproduktion, ist man Weltmarktführer. Doch der internationale Wettbewerb wird rauer, sagt Geschäftsführerin Julia Schnitzler. Wegen Chinas restriktiver Wirtschaftspolitik schwächele der Absatz auf einem der größten Märkte. Zudem seien die Produktionskosten am Standort Deutschland vergleichsweise hoch.
Julia Schnitzler, Geschäftsführende Gesellschafterin Strassburger Filter
„Hohe Energiekosten, steigende Arbeitskosten durch steigende Lohnnebenkosten insbesondere, machen uns nicht wettbewerbsfähiger im Ausland vor allen Dingen. Da muss dringend etwas passieren. Lohnnebenkosten müssen gesenkt werden.“
Andernfalls drohten die eigenen Produkte immer teurer und weniger nachgefragt zu werden. Gerne würde das Unternehmen wachsen, das voll ausgelastete Verwaltungsgebäude erweitern. Doch hohe Baukosten und komplizierte, langwierige Genehmigungsverfahren hätten das bislang verhindert. Finanzielle Entlastung und Bürokratieabbau, das fordert auch die Industrie- und Handelskammer. 38 Prozent der rheinland-pfälzischen Unternehmen rechnen dem jüngsten Konjunkturbericht zufolge mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Das bremse notwendige Investitionen, die Zeit dränge.
Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin IHK Rheinhessen
„Es muss jetzt tatschlich etwas passieren. Es ist ja jetzt angekündigt worden auf Bundesebene, dass bis zur Sommerpause etwas kommt, ein Reformpaket. Das hoffen wir sehr. Und auch auf Landesebene erwarten wir einfach auch in den ersten 100 Tagen der Landesregierung, dass es jetzt wirklich sehr klare, verlässliche Signale gibt für die Wirtschaft.“
Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage sucht Strassburger Filter vor allem in den technischen Bereichen Fachkräfte und Auszubildende. Keine leichte Aufgabe, hier wünscht man sich mehr Unterstützung von der neuen CDU-geführten Landesregierung.
Julia Schnitzler, Geschäftsführende Gesellschafterin Strassburger Filter
„Ich wünsche mir von Herrn Schnieder, dass er die duale Ausbildung weiter fördert und auch bereits in den Schulen Maßnahmen trifft, dass viele junge Menschen wieder einen Ausbildungsberuf ergreifen.“


