Schulfach Digitale Bildung

Ob Geld überweisen, den Sommerurlaub buchen oder sich zum Abendessen verabreden – vieles lässt sich schon lange selbstverständlich online erledigen. Immer mehr Bereiche unseres Alltags verlagern sich ins Digitale und gerade Kinder und Jugendliche verbringen mehrere Stunden täglich im Internet. Um sie auf die Chancen und Herausforderungen vorzubereiten, haben einige kirchliche Schulen in Hessen das Unterrichtsfach „Digitale Bildung“ eingeführt.

„Heute machen wir das Thema ‚Alles Google, oder was?‘. Wir wollen uns heute ein bisschen mit der Internetrecherche beschäftigen. Und dafür habe ich euch einen Arbeitsauftrag mitgebracht.“
DiBi-Unterricht bei Frau Frech in der 5a. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren auf ihren iPads nach ihrem Lieblingstier und nehmen die Suchergebnisse kritisch unter die Lupe. Welche Webseiten eignen sich als Quelle für ein Biologie-Referat – und welche eher nicht? Unter anderem solche Recherchekompetenzen sollen im Fach „Digitale Bildung“ vermittelt werden.
Janina Frech, Lehrerin Digitale Bildung
„Das eine ist das digitale Handwerkszeug, also wirklich so ganz banal die Hardware und wie sie zu bedienen ist. Dann haben wir das ‚Digitale Ich‘, also welche Daten gebe ich von mir in den Kosmos des Internets. Dann haben den großen Block ‚Rechte‘. Und zwar meine ganz persönlichen Rechte, aber auch die der anderen, Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht. Und das Vierte, was uns hier auch an der christlichen Privatschule ganz wichtig ist, ist die ethische Komponente: das Miteinander im Digitalen Raum.“
An der privaten Bischof-Neumann-Schule in Königstein ist „Digitale Bildung“ fest im Stundenplan verankert. Möglich macht das der katholische Träger. Für Schüler der staatlichen Schulen in Hessen ist das vergleichbare Fach „Digitale Welt“ ab dem kommenden Schuljahr dagegen nicht mehr verpflichtend. Dabei sollte Digital-Unterricht für Frau Frech an modernen Schulen eigentlich selbstverständlich  sein.
Janina Frech, Lehrerin Digitale Bildung
„Unser Leben wird global, im Allgemeinen immer digitaler. Und es ist ganz, ganz wichtig, sich damit auch in der Schule auseinanderzusetzen. Wir betrachten uns auch als Erziehungsgemeinschaft, das heißt, wir versuchen auch mit den Eltern auch gemeinsam Lösungen zu finden. Und sind auch auf die Mitarbeit von Elternseite angewiesen. Und es ist einfach ein Bereich, der unbedingt zu Bildung gehört.“
In der heutigen Stunde von Frau Frech stehen die Chancen des Internets im Mittelpunkt. Aber auch über die Risiken wird aufgeklärt.
Jens Henninger, Schulleiter
„Jede Schule ist vor die Herausforderung gestellt: Wie gehe ich mit Deepfakes um? Wie gehe ich mit Mobbing um? Und da passiert eben ganz viel nicht im Klassenraum, sondern nachmittags und digital in den Chats, die es gibt. Und dazu müssen wir Schülerinnen und Schüler fit machen.“
Auch die Fünftklässler von Frau Frech schätzen den DiBi-Unterricht. Obwohl sie als sogenannte „Digital Natives“ gelten, sind viele Dinge für sie neu.
Lennard, 11 Jahre
„Also wir haben erstmal den Umgang mit Social Media uns angeguckt, wie man das auch wirklich macht. Und da ist uns wirklich auch nochmal bewusst geworden, wie man das halt wirklich richtig machen muss und dass man da halt auch nicht zu viele Informationen angibt.“
Frida, 11 Jahre
„Also wie wir so mit iPads umgehen und dass wir nicht auf Websiten gehen, die nicht so gut sind. Und dass wir auch wissen, wie man was speichert.“
Filippa, 11 Jahre
„Also wir haben gelernt, wie Nachrichten auch rüberkommen. Und dass Emojis auch, na ja, anders rüberkommen können, als es gemeint war.“
Fest steht: Die digitale Welt nimmt im Alltag von Kindern und Jugendlichen einen immer größer werdenden Raum ein. Die Schulen der Zukunft werden sie darauf vorbereiten müssen.