Mansoori informiert über Start-up-Strategie

Start-up-Unternehmen, – also junge Firmen mit innovativen Geschäftsideen und einem Fokus auf schnellem Wachstum – sind echte Booster für die deutsche Wirtschaft. Ein Grund, warum alle Länder versuchen, einen möglichst fruchtbaren Nährboden für solche Gründungen zu bieten. Doch während Bayern oder Nordrhein-Westfalen es schaffen, Jahr für Jahr mehr Start-ups und Investitionen anzusiedeln, hinkt Hessen bislang weit hinterher.

Drohnen, die Medizin an abgelegene Orte transportieren oder kritische Infrastruktur in Krisengebieten aus der Luft überwachen – made in Hessen. Bei der Firma Wingcopter aus Weiterstadt hat funktioniert, was in Hessen noch zu selten gelingt: ein Start-up aus einer Idee über die Gründung bis hin zu einem international angesehenen Unternehmen zu entwickeln.
Tom Plümmer, Gründer von Wingcopter
„Da muss man sich als Start-up auch immer fragen: Wie lange ist das hier möglich? Oder muss ich irgendwann ins Ausland? Oder bin ich in einem anderen Bundesland besser gefördert? Noch sage ich: Hessen hat eine große Chance das zu nutzen und wenn wir das gemeinsam hier anpacken, dann wird das riesengroß und dann bleibt man auch gerne hier.“
Hohen Besuch hat Plümmer heute aus Wiesbaden. Der Wirtschaftsminister ist angereist, um seine „Start-up-Strategie“ für Hessen vorzustellen, mit der es gelingen soll, zukünftig mehr solche Erfolgsgeschichten zu schreiben, wie bei Wingcopter.
Kaweh Mansoori (SPD), Wirtschaftsminister Hessen
„Wir haben uns auch messbare Ziele gesetzt: wir wollen die jährlich zur Verfügung stehende Investitionskapitalmenge verdoppeln. Wir wollen die Zahl der Gründungen pro Jahr bis 2030 fast verdoppeln und wir wollen drei Unternehmen bei Börsengängen unterstützen. Damit soll Hessen zu dem zentralen Start-up-Standort in Deutschland und auch in Europa werden.“
Dafür will die Landesregierung zum einen die potenziellen Jungunternehmer aktiv mit Geldgebern zusammenbringen und regionale Schwerpunkte bilden, z.B. Start-ups aus dem Verteidigungssektor eher in Nordhessen fördern, um Fachwissen zu bündeln. Dabei steht neben dem wirtschaftlichen Aspekt auch die sogenannte digitale Souveränität im Fokus – die Landesregierung will verhindern, dass gute Ideen und kluge Köpfe nicht ins Ausland abwandern.
Kristina Sinemus (CDU), Digitalisierungsministerin Hessen:
„Denn nur wenn wir die Produkte hier entwickeln, die Daten hierbehalten und das auf unserem europäischen Wertesystem in die Skalierung bringen, werden wir uns beim Thema digitale Souveränität so entwickeln können, dass der europäische Markt ein Markt wird Marktmacht.“
Und natürlich hoffen alle, dass ein Teil dieser Marktmacht dann auch aus Hessen kommt.