Schaltgespräch mit dem Chef der Staatskanzlei über den Hessentag

Eva Dieterle spricht mit Benedikt Kuhn über die Highlights in Fulda.

Eva Dieterle, Moderatorin:
Und vor Ort auf dem Hessentag in Fulda spreche ich jetzt mit dem Chef der hessischen Staatskanzlei, mit Benedikt Kuhn. Hallo und Grüße nach Fulda.
Benedikt Kuhn (CDU), Chef der Staatskanzlei Hessen:
Ich grüße Sie vom Hessentag.
Dieterle:
Herr Kuhn, Hessen feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag. Hat der Hessentag dadurch in diesem Jahr noch mal eine ganz besondere Funktion, wenn es um die Identität des Landes geht?
Kuhn:
Ja, auf jeden Fall. Der Hessentag bildet einen Mittelpunkt in unserem Jubiläumsjahr “80 Jahre Hessen”, weil hier wird auch ganz, ganz viel von dem erlebbar, was unser Land prägt. Es ist auf der einen Seite die Tradition, das Brauchtum, die Vereine, das Ehrenamt und auf der anderen Seite aber auch Innovation, Fortschritt und Lebensfreude. All das kann man hier auf dem Hessentag erleben.
Dieterle:
Traditionell steht der Hessentag im Zeichen des Ehrenamts. Gleichzeitig klagen viele Vereine, Feuerwehren und andere Organisationen über Nachwuchssorgen und steigende Belastungen. Welchen Beitrag kann da der Hessentag tatsächlich leisten?
Kuhn:
Zunächst einmal sind wir Ehrenamtsland Nummer eins in Deutschland. Das ist ein ganz, ganz großer Erfolg. In keinem anderen Land bringen sich so viele Menschen füreinander ein wie in Hessen. Und auf dem Hessentag wird das erlebbar. Über 700 Ehrenamtler sind hier vor Ort im Einsatz und tragen letztlich den Hessentag. Ohne die Ehrenamtler wird es nicht funktionieren. Ganz, ganz viele Vereine sind auch hier vor Ort, unterbreiten hier auch ihre Angebote, können hier Nachwuchs generieren. Wir als Landesregierung setzen uns auch dafür ein. Und dafür ist der Hessentag ein ganz wichtiger Ort der Begegnungen.
Dieterle:
Ganz neu ist in diesem Jahr die KI-Erlebniswelt, sie gehört zu den Besuchermagneten. Das Thema weckt ja bei vielen Menschen Gefühle zwischen Begeisterung und Verunsicherung. Wo sehen Sie darin die größte Chance für Hessen – und wo muss die Politik auch Grenzen setzen?
Kuhn:
In der Tat ist die KI-Welt hier ein Besuchermagnet in unserer Landesausstellung. Und da geht es genau darum, was Sie auch angesprochen haben das beides zu thematisieren, zu schauen, was sind die Risiken? Worauf müssen wir achten, auch als Gesellschaft? Aber was sind eben auch die Chancen? Ich persönlich glaube, KI ist eine enorme Chance für uns im Arbeitsalltag, um Dinge effizienter zu machen, um repetitive Aufgaben auch auszulagern, mehr Zeit zu haben für das, was wirklich zählt. Aber wir müssen natürlich auch immer die Risiken im Blick behalten. Und umso wichtiger ist es, darüber aufzuklären, darüber ins Gespräch zu kommen, um aufgeklärt und mündig damit umgehen zu können. Und auch darum geht es in der KI-Welt.
Dieterle:
Bis Sonntag kann man den Hessentag noch besuchen. Was sind denn die Highlights, die man erlebt haben muss?
Kuhn:
Das Highlight, muss ich sagen, ist ehrlicherweise die Vielfalt. Das ist die Breite des Angebotes Über 1.200 kostenlose Veranstaltungen schenkt die Stadt Fulda den Hessinnen und Hessen. Jede einzelne lohnt sich zu besuchen. Mit Sicherheit. Und ja, das ist die herzliche Einladung, zum Hessentag zu kommen. Es sind ehrlicherweise die Orte der Begegnungen, die Räume für Gespräche, für offene Gespräche, für ein Miteinander, was uns vielleicht im Arbeitsalltag und im Alltag ansonsten auch zu häufig abhanden kommt, wenn wir uns zurückziehen in Filterblasen. Also raus aus den Filterblasen und auf nach Fulda.
Dieterle:
Auf jeden Fall gibt es sehr viel zu erleben. Herr Kuhn, vielen Dank für das Interview.
Kuhn:
Ich danke Ihnen! Vielen herzlichen Dank!