30 Jahre Vulkanpark

Vulkanausbrüche werden wir höchst-wahrscheinlich nicht mehr erleben. Aber es gab sie, auch bei uns. In der Steinzeit ist bei Mendig in der Eifel der Wingertsbergvulkan ausgebrochen. Das sorgte vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert für einen florierenden Untertage-Bergbau. Die Region ist damals Weltmarktführer. Zurückgeblieben ist ein riesiger Lavakeller, der heute besichtigt werden kann. Er gehört zum Vulkanpark, der in diesem Jahr 30 Jahre alt wird.

Die Reise zum nicht ganz Mittelpunkt der Erde. Es geht hinab in 32 Meter Tiefe, in den Lavakeller von Mendig. Ein riesiger Felsenkeller, etwa 3 Quadratkilometer groß. Vor 200 000 Jahren noch ein Vulkan. Aus dem erkalteten Lavastrom entstand Basalt. Ein sehr hartes und kompaktes Gestein. Ideal für die Herstellung von Mühlsteinen.
Dr. Marcus Frings, Gästeführer Lavakeller Mendig
„Das ist eben hier unsere Mühlsteinlava. Das war mal der größte Basaltkeller der Welt, also der größte Basaltabbau unter Tage, und ist heute immer noch ein sehr eindrucksvoller Raum.“
Mehr über die Erfolgsgeschichte des Basaltabbaus in Mendig gibt es über Tage zu erfahren. Das Vulkanmuseum ist nur ein paar Meter vom Lavakeller entfernt. Hier gibt es viele Hintergrundinformationen über die Mühlsteine aus der Eifel.
Claudia Coyard, Leiterin Lava-Dome Mendig
„Die waren besonders beliebt, weil die besonders toll waren, aufgrund der Oberfläche. Und die wurden von hier schon damals nach Andernach an den Hafen gebracht und dann in die Welt exportiert. Es war der Exportschlager aus Mendiger Sicht.“
Ein Exportschlager, entstanden durch einen Vulkanausbruch. Den letzten gab es in der Eifel vor rund 13.000 Jahren. Der mit Wasser vollgelaufene Vulkan-Krater ist der Laacher See. Auch er gehört zum Vulkanpark. Hier blubbern Gasblasen. Ein Zeichen für den anhaltenden Vulkanismus.
Claudia Coyard, Leiterin Lava-Dome Mendig
„Es ist jährlich auch so ein paar Millimeter in Bewegung. Diese Spezialität sorgt dafür, dass wir hier zwar im Moment schlafende Vulkanaktivität haben, aber dass wir hier immer ein bisschen auf der Hut sein müssen. Es könnte vielleicht doch mal irgendwann, das werden wir in unserer Generation hoffentlich nicht mehr erleben, aber es könnte irgendwann zu einem Ausbruch kommen.“
Wer auf dem erkalteten Lavastrom des Wingertsbergvulkan wandelt, muss aber keine Angst haben. Es brodelt seit sehr vielen Tausenden von Jahren nichts mehr. Nach dem Ende des Basaltabbaus, wurde hier Bier gebraut und kühl gelagert. Denn 32 Meter unter der Erde sind es immer zwischen 5 und 8 Grad. Für Besucher ist nur ein kleiner Teil des Kellers zugänglich.
Gisela
„Ich kenne andere Tropfsteinhöhlen, die ja auch ein Naturwunder sind, aber so etwas habe ich noch nicht gesehen. Nein.“
Ehrentrud
„Beeindruckend, also ich finde, das muss man mal gesehen haben.“
Peter
„Mir gefällt es außerordentlich gut. Ich komme aus dem Ruhrgebiet. Da sind die Zechen ganz anders. Also hier das Kathedralenhafte.“
Der Lavakeller in Mendig kann täglich besichtigt werden. – Ein Teil des Vulkanparks, der seit 40 Jahren Geologie und Industriegeschichte verbindet. Und veranschaulicht, wie Menschen seit Jahrtausenden die vulkanischen Rohstoffe abbauen und wie die Eifelvulkane entstanden sind.