Schaltgespräch mit Landwirtschaftsminister Ingmar Jung zur Schweinepest

Vor zwei Jahren wurde in Hessen der erst Fall der Afrikanischen Schweinepest in Hessen bestätigt. Eva Dieterle spricht mit dem zuständigen Minister über den Stand der Dinge.

Eva Dieterle, Moderatorin:
Zwei Jahre ist der erst bestätigte Fall der Afrikanischen Schweinepest jetzt her. Ich bin deshalb jetzt verbunden mit dem hessischen Landwirtschafts- und Umweltminister – Ingmar Jung. Guten Tag.
Ingmar Jung (CDU), Landwirtschaftsminister Hessen:
Guten Abend, Frau Dieterle.
Dieterle:
Sie haben immer gesagt, die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest sei kein Sprint, sondern ein Marathon. Wo befinden wir uns denn gerade auf der Marathon-Strecke?
Jung:
Na ja, wir befinden uns schon noch mitten im Marathon drin. Es hat sich ja bestätigt, dass das alles kein Sprint ist. Aber wir können heute sagen, dass wir unser Geschehen eingedämmt haben, dass wir die Ausbreitung der Schweinepest insbesondere in Südhessen gestoppt haben, dass sie sich nicht nach Nordhessen ausgebreitet hat. Aber inzwischen wissen wir natürlich auch, dass wir ein weiteres Geschehen aus Nordrhein-Westfalen haben, das uns von Norden ein wenig bedroht. Und dort machen wir ähnliche Maßnahmen, wie sie es vor zwei Jahren in Südhessen begonnen haben, und hoffen natürlich, dass am Ende dort auch so ausgeht, dass wir das Schlimmste verhindern können.
Dieterle:
Ein großes Problem sind ja die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Betriebe in den Sperr-Zonen. Können Sie als Land das überhaupt ausgleichen?
Jung:
Der große Aufwand, den wir betreiben, hat ja vor allem den Hintergrund, dass wir wirtschaftliche Schäden so gering wie möglich halten wollen. Wir wollen Schweinehaltung in Hessen weiter ermöglichen. Was auch im Moment der Fall ist. Und wir versuchen natürlich dann, wenn wirtschaftliche Schäden entstehen, sie so gut wie möglich auszugleichen. Wir haben die Transportkosten zu den sogenannten „benannten Schlachthöfen“ unterstützt. Wir haben bei denen Betrieben, die es dann auch tatsächlich getroffen hat, unterstützt. Bei dem Auffangen der Schäden, die für das Keulen entstanden sind. Und wir haben ein Notfallprogramm aufgelegt, mit dem wir einmal im Rahmen der Sonderförderung viele Betriebe unterstützen konnten und bei denen echte Existenzgefährdung bestand. Auch darüber hinaus. All das vor dem Hintergrund, eben Schweinehaltung weiter möglich zu erhalten und die wirtschaftlichen Schäden so gering wie möglich am Ende zu haben.
Dieterle:
Jetzt ist schon seit Anfang Mai kein neuer Fall der Schweinepest mehr festgestellt worden. Trotzdem raten Sie in den kommenden Monaten zu besonderer Vorsicht. Warum?
Jung:
Ja, wir wollen eben das nicht gefährden, was wir in den letzten zwei Jahren erreicht haben. Wir haben immer noch die Situation, dass wir vereinzelte Fälle auch in Südhessen haben. Und wir haben eine bestehende Infrastruktur mit Zäunen, mit weißen Zonen, die freigehalten werden, die wir jetzt natürlich auch erhalten wollen. Wichtig ist, es gibt im Moment keine Betretungsverbot mehr, wirtschaftliche Einschränkungen, also Bewirtschaftungseinschränkungen nur noch in ganz geringem Maße. Aber die Infrastruktur muss erhalten bleiben, denn am Ende gilt das, was die EU festgelegt hat: Nach einem Jahr Wahlfreiheit kann man die Zonen erst aufheben. Wir haben ja im letzten Jahr schon die ersten Sperrzonen aufheben können. Wir haben Verkleinerung der Gebiete in diesem Jahr bekommen. Alles viel früher, als viele gedacht haben. Aber wir müssen weiter wachsam sein und deswegen brauchen wir diese Vorsichtsmaßnahmen. Sonst gefährden wir den Erfolg der letzten beiden Jahre.
Dieterle:
… sagt der hessische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Ingmar Jung. Vielen Dank für Ihre Antworten.
Jung:
Vielen Dank. Schönen Abend.