Graffiti-Festival „Meeting of Styles“ in Wiesbaden

Die hessische Landeshauptstadt ist wieder das Zentrum der internationalen Graffiti-Szene. Über 150 Künstler aus der ganzen Welt verwandeln bis Sonntag den Brückenkopf in Mainz-Kastell und den Wiesbadener Schlachthof in eine der größten Open-Air-Galerien Deutschlands. Das weltbekannte Festival „Meeting of Styles“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Togetherness“ – Zusammenhalt.

Kunstwerke, die hier eigentlich niemand vermutet. Der Brückenkopf in Mainz-Kastel ist zurzeit eine riesige Open-Air-Galerie. Hier entstehen Wandbilder auf rund 3000 Quadratmetern. Das „Meeting of Styles“ ist der Treffpunkt für Graffiti-Künstler aus der ganzen Welt.
Miles Pauo, Graffiti-Künstler aus Australien
„Als Kinder haben wir immer nach Meetings gesucht und mit dem hier in Wiesbaden sind wir aufgewachsen.“
Auch Cameron ist Australier. Es gibt Sprayer aus Mexiko, Brasilien oder Indien. – Teilnehmer aus der ganzen Welt kommen in Wiesbaden zusammen. Passend zum Motto des diesjährigen Festivals: „Togetherness“.  Tessa aus den Niederlanden ist durch ihre „Dolls“ bekannt geworden. Sie kreiert Frauenköpfe, die an Puppen erinnern.
Tessa, Graffiti-Künstlerin aus den Niederlanden
„Das hier ist ein richtig großes Event. Es gibt die Meetings auf der ganzen Welt, aber in Wiesbaden hat alles angefangen. Vor 30 Jahren, glaube ich. Das macht es so besonders.“
Genau vor 29 Jahren fand in Wiesbaden das erste „Meeting of Styles“ statt. Für die Besucher: Kostenloser Kunstgenuss am Rheinufer.
Jörg
„Wir sind jedes Jahr da, weil es so eine faszinierende Atmosphäre ist, immer neue Motive. Von daher: sehr, sehr gut, auf jeden Fall.“
Klaus
„Ich frage mich: Hat er das Bild im Kopf, wie macht er das? Sieht er das im Innern? „
Gemeint ist „Redt“. Ein deutscher Graffiti-Künstler, der ganz ohne Vorlagen sprayt.
„Redt“, Graffiti-Künstler aus Deutschland
„Also, ich hatte bis vor zehn Minuten keine Ahnung, welche Farben ich für die Buchstaben mache, ich hatte keine Ahnung, welche Farbe ich für die Haare mache, und ich glaube, das ist es, was Graffiti diesen Kunstcharakter gibt: So viel mit der Intuition macht und egal, wie viel man plant, am Ende muss dieses Feeling dafür da sein.“
Das Feeling dafür, dass ein Graffiti-Festival Wiesbaden in der „Urban-Art-Szene“ weltberühmt macht, hatte Initiator und Künstler Manuell Gerullis 1997.
Manuel Gerullis, Initiator „Meeting of Styles“
„Mittlerweile haben wir eine Geschichte von über 450 Veranstaltungen weltweit, mit 50 000 Künstlern, die im Rahmen von Meeting of Styles Kunstwerke gesprüht haben.“
Von Donnerstag bis Sonntag wird auf dem Wiesbadener Schlachthofgelände gesprüht. In Mainz-Kastell sind die Wandbilder ein Jahr lang zu sehen. Bis zum nächsten „Meeting of Styles“ mit dann ganz neuer Graffiti-Kunst.