Ausbildung von Rettungshunden
Wenn Menschen vermisst werden, kommen häufig Rettungshunde zum Einsatz. Mit ihren hochleistungsfähigen Nasen können sie riesige Areale in einem enormen Tempo absuchen, wenn es darauf ankommt. Doch bevor ein Hund so weit ist, dauert es Jahre – und die Ausbildung ist anspruchsvoll. Wir waren in Bad Soden dabei.
„Wir bilden Hunde zur Flächen- und Trümmersuche aus, sogenannte Hochwindsucher, die eben ohne speziellen Geruchsstoff nach menschlichem Geruch suchen. In der Flächensuche, eben in offenen Gebieten, in Wäldern und in Trümmersituationen eben bei eingestürzten Gebäuden.“
Das simuliert die Einheit hier auf dem Wertstoffhof in Bad Soden. Feuerwehrmann Sven spielt einen Verschütteten, den Hund Marley finden muss. Für die Opfer im Einsatz geht es um Leben und Tod – für die Hunde ist das alles ein Spiel.
Marlin Prauss, Rettungshundeeinheit Feuerwehr Bad Soden
„Um in der Rettungshundeeinheit ausgebildet zu werden, muss man als Mensch erst einmal Motivation und, ehrlich gesagt, auch ein bisschen Zeit mitbringen, weil das ein durchaus zeitintensives Training ist. Man verbindet sich auch sehr gut mit seinem eigenen Hund. Man merkt einfach, wie viel Freude der eigene Hund daran hat und entwickelt dadurch auch selbst eine Freude daran.“
Die Ausbildung ist aufwendig, zweimal in der Woche trainiert die Staffel. Anica und ihr Hund Zorro sind erst seit zwei Monaten ein Team und trotzdem sucht Zorro schon wie ein großer. Die im Wald versteckten Helfer hat er im Handumdrehen aufgespürt. Seine erfahrene Hundeführerin ist schon länger bei Feuerwehr und Rettungsdienst aktiv und freut sich, dass sie die Hundearbeit mit ihrem Engagement verbinden kann.
Anica Schmoll, mit Hund Zorro
„Man hilft Personen und so diese Dankbarkeit, die man häufig entgegengebracht bekommt oder halt auch weiß: ‚Ich habe der Person gerade essenziell weitergeholfen‘, das ist einfach ein superschönes Gefühl, dass man sonst kaum bekommt.“
Während die erfahrenen Hunde knifflig versteckte Helfer aufspüren, ist Welpe Harry noch ganz am Anfang seiner Rettungshunde-Karriere. Der Kleine muss erst mal herausfinden, welche Art von Menschen er eigentlich suchen soll und verläuft sich manchmal noch zu unserem Kameramann. Das er gerade einmal vier Monate alt ist, ist für seine Ausbildung aber kein Hindernis.
Marlin Prauss, Rettungshundeeinheit Feuerwehr Bad Soden
„Bei den Hunden eignet sich nahezu alles. Die einzige Einschränkung ist da eigentlich die Körpergröße des Hundes, weil besonders kleine Hunde oder besonders große Hunde es einfach in der Intensität ein bisschen schwieriger haben. Und der Hund sollte eine grundsätzliche Motivation mitbringen.“


