Brand vernichtet Bauernhof in Rüsselsheim

Bei einem Brand auf einem Bauernhof in Rüsselsheim sind mehrere Menschen verletzt worden. Die Feuerwehr ist bis spät in die Nacht mit den Löscharbeiten beschäftigt. Erst heute morgen hieß es: „Feuer aus“.

Um 17:30 Uhr geht bei der Feuerwehr ein Notruf ein. Das Stichwort „Feuer 3“ – ein landwirtschaftlicher Betrieb mit mehreren Gebäuden brennt.
Michael Kämpfer, Feuerwehr Rüsselsheim
„Bei Eintreffen hat sich herausgestellt, dass das Feuer übergegriffen ist auf weitere Gebäude. Jetzt ganz zum Schluss waren insgesamt vier verschiedene Gebäude betroffen, unter anderem Stallgebäude, landwirtschaftliche Anwesen, Fahrzeughallen und teilweise auch ein Wohngebäude.“
Insgesamt sind 140 Feuerwehrleute im Einsatz und versuchen die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Ein großes Problem: Bei Eintreffen der Einsatzkräfte befinden sich noch 18 Rinder im Stall.
Michael Kämpfer, Feuerwehr Rüsselsheim
„Wir hatten Glück, dass auf unserem ersten landwirtschaftlichen Löschzug zwei landwirtschaftliche Kollegen dabei waren, die dann reingegangen sind und konnten mit Bolzenschneidern die Rinderketten auseinanderschneiden. Die Tiere waren natürlich sichtlich aufgeregt und nervös.“
Die Tiere werden aus dem brennenden Stall befreit und zunächst auf ein benachbartes Grundstück gebracht. Nach der Versorgung durch eine Tierrettungsgruppe zusammen mit einer Veterinärin kommen die Tiere auf nahegelegenen Höfen unter.
Während des Einsatzes werden Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Rauch breitet sich bis nach Mainz und Frankfurt aus.
Der Hofbesitzer erleidet  bei der Rettung der Tiere eine Rauchgasvergiftung. Ein Feuerwehrmann kollabiert bei den Löscharbeiten wegen der körperlichen Anstrengungen, ein weiterer erleidet leichte Verletzungen. Alle drei werden ins Krankenhaus gebracht. Auch nach dem Löschen des Feuers bleibt die Lage vor Ort weiter angespannt.
Michael Kämpfer, Feuerwehr Rüsselsheim
„Es besteht akute Einsturzgefahr, Sie müssen sich vorstellen, ein alter historischer Ortskern, diese landwirtschaftlichen Anwesen alle mit Lehm und Ziegel Verbau und so weiter, das ist natürlich jetzt nicht mehr stabil. Wir sind zurzeit dran mit einem Fachberater des Technischen Hilfswerks die Standsicherheit zu prüfen.“
Die Ermittlungen zur Brandursache dauern weiter an, die Polizei kann  Brandstiftung zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausschließen und bittet Zeugen um Hinweise. Nach Schätzungen beträgt der Schaden mehrere hunderttausend  Euro. Für den Eigentümer ist der Brand ein schwerer Schicksalsschlag: Er verliert sein Zuhause und seine Existenzgrundlage.