Probenstart für Nibelungenfestspiele

Im Juli gibt es in Worms wieder ganz großes Theater. Dann starten die Nibelungenfestspiele. Bevor es raus auf die Freilichtbühne vor dem Kaiserdom geht, wird erstmal drei Wochen lang im Theater geprobt. „Die Hunnenkönigin“ heißt die diesjährige Inszenierung.

 

„Du warst ein kränklicher Junge, der immer an meinem Rockzipfel hing. Mit wenig Interesse an der Kunst des Krieges. Ja, es ist eine Kunst. Eine, die dein Vater mit großer Macht beherrschte.“
Jeanette Hain spielt Ute. Die Königin-Mutter von Burgund. Es ist die erste Leseprobe. Die große Film-, Theater- und Fernsehschauspielerin freut sich auf den Start von zwei Monaten intensiver Arbeit mit einem großen Ensemble in Worms.
Jeanette Hain, spielt Königin-Mutter Ute
So, sich anzunähern, sie kennenzulernen. Sozusagen, sich so einzustimmen. Es ist wunderschön, erstmal auch zu lesen und diese Schwingungen herzustellen. Aber ja. Jede Station, glaube ich, birgt ihren eigenen Zauber, ihre eigene Herausforderung.
Auch Popstar Alice Merton sitzt bei der ersten Probe mit am Tisch. Die in Frankfurt geborene Deutsch-Britin hat zusammen mit Alexander Wolfe (englisch ausgesprochen: Wolfi) die Songs und den Soundtrack für „Die Hunnenkönigin“ komponiert. Auf der Pressekonferenz im April gab es davon schon mal einen kleinen Eindruck.
Freistehend Musik
Die diesjährige Inszenierung ist eine Art Musical.
Alice Merton, Songwriterin und Sängerin
Ich würde sagen, die Musik spielt eine sehr wichtige Rolle. Es ist ja so wie beim Film. Wenn du keine Musik hast, wirkt das komplett anders. Ich glaube, die Musik soll einfach, die Emotionen und das, was man mit den Augen sieht, einfach unterstützen. Also man soll es nicht nur sehen, sondern auch spüren. Und ich glaube, dass kann man mit Musik sehr gut erreichen.
Der imposante Wormser Dom ist immer der heimliche Star der Nibelungenfestspiele. Ihn richtig in Szene zu setzten: dafür ist dieses Jahr der Brite Sean Turner zuständig.
Sean Turner; Bühnenbildner
Du kannst nicht mit dem Dom konkurrieren und du solltest es auch nicht tun. Er ist Teil des Bühnenbildes. Ich arbeite viel auf Festivals, Events in Lagerhäusern und Kirchen. Ich habe Erfahrung damit, den Ort der Veranstaltung mit einzubauen.
Mit eingebaut in die Inszenierung wird auch das Publikum. Zum ersten Mal sitzen einige Zuschauer mit auf der Bühne. Eine Spezialität des Londoner Regisseurs James Seager
James Seager, Regisseur
Wir wollen, dass die Zuschauer sich fühlen, als ob sie mittendrin sitzen und mehr daran beteiligt sind, was auf der Bühne geschieht.
„Die Hunnenkönigin“ soll eine ganz besondere Nibelungen-Inszenierung werden. Eine Deutsch-Englische Produktion. Premiere ist am 17. Juli.