Mordprozess begonnen – Ehefrau mit 43 Stichen getötet?

Es ist ein grausamer Mord in Ludwigshafen, der im vergangenen Jahr für Entsetzen gesorgt hat. Aus Eifersucht und Wut soll ein Mann 43-mal auf seine Ehefrau eingestochen haben, weil er davon ausging, das sie ihm fremd geht. Die 37-jährige Dilan A. verblutet daraufhin. Die gemeinsamen Kinder liegen währenddessen nebenan im Bett. Seit heute steht der mutmaßliche Mörder vor dem Frankenthaler Landgericht.

Wegen des großen Andrangs beginnt der Prozess verspätet. Als der Angeklagte Umut K. in den Saal geführt wird, zischen ihm von den Besucherplätzen Beleidigungen entgegen. Die Vorsitzende Richterin nutzt ihre ersten Worte für eine klare Ansage: auch wenn der Fall viele Menschen aufwühle, benötige das Gericht Ruhe und Respekt, um den Fall sauber zu verhandeln.  
Doris Brehmeier-Metz, Staatsanwaltschaft Frankenthal
„Nach dem Ergebnis der Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Angeklagte seine Frau aus nicht nachvollziehbarer Wut und unbegründeter Eifersucht getötet hat. Die Staatsanwaltschaft sieht darin einen so genannten niedrigen Beweggrund im Sinne des Paragraphen 211 StGB und hat deshalb Anklage wegen Mordes erhoben.“
Der 40-jährige Türke wählt in der Tatnacht selbst den Notruf und lässt sich widerstandslos festnehmen. Polizisten wecken anschließend die noch schlafenden Kinder. Diese seien schwer traumatisiert.
Katja Kosian, Anwältin der Familie von Dilan A. 
„43 Messerstiche sagen schon einiges aus über die enorme Wut und Macht des Täters. Die Frau hatte ihn ja auch schon mehrfach angezeigt gehabt oder zumindest einmal richtig angezeigt gehabt da hat er ihr mit einer schweren Holzbox auf den Kopf geschlagen. Es gab also schon vorher häusliche Gewalt in dieser Beziehung und Scheidungsberatungsgespräche bei Anwälten.“
Sabine Wüstefeld, Anwältin der Kinder von Dilan A.
„Er hat das Opfer zu einem Objekt degradiert. Er hat Wünsche und Vorstellungen gehabt, die er von ihr haben wollte und sie hat alles getan, was sie konnte. Gleichzeitig hat er aber nichts davon getan. Er war nicht arbeiten, hat die Familie nicht finanziell unterstützt, er war auf Abwegen, hat Abenteuer bei anderen Frauen gesucht, also was er ihr vorgeworfen hat, war eigentlich das, was er gemacht hat.
Erneut machen auch Demonstranten auf den Fall Dilan aufmerksam.
Diana König, Selbsthilfegruppe für Opfer häuslicher Gewalt
„Es sind keine Einzelfälle und es sind definitiv keine Beziehungsdramen. Es ist ein Mord, es ist ein Femizid. Machtverhalten, Kontrolle, Eifersucht, das ist alles mit dabei, das ist immer wieder dasselbe. Der Täter verliert die Kontrolle über seine Partnerin.“
Es ist ein emotionaler Prozessauftakt. Als Polizeifotos vom Leichnam Dilan A.s gezeigt werden, brechen ihre Angehörigen in Tränen aus. Umut K. will nicht hinsehen. Ihm gelten dann erneut wüste Beschimpfungen, die zum Schluss durch den Saal hallen. Die Verhandlung wird in drei Wochen mit den Aussagen der Opferfamilie fortgesetzt. Insgesamt sind acht weitere Verhandlungstage angesetzt. Bei einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe.