Hering verzichtet auf Posten als Lottogeschäftsführer

Nach zehn Jahren als Landtagspräsident in Mainz sollte Hendrik Hering auf einen neuen Chefposten bei Lotto Rheinland-Pfalz – diese Position als zweiter Lotto-Chef sollte dafür extra geschaffen werden. Von „Selbstbedienungsladen“ spricht der Steuerzahlerbund. Am Mittag hat Hendrik Hering reagiert – er zieht zurück.

„Vertrauen in Politik ist schnell verspielt – und schwer zurückzugewinnen. Deshalb habe ich mich entschieden, das Angebot, zweiter Geschäftsführer der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH zu werden, nicht anzunehmen.“
Damit reagiert der ehemalige Landtagspräsident Hendrik Hering heute Morgen auf die scharfe öffentliche Kritik. Dass er die Möglichkeit in Betracht gezogen habe, zweiter Lotto-Chef zu werden, sei ein Fehler gewesen.
Zuvor war bekannt geworden, dass bei Lotto Rheinland-Pfalz ein zweiter Geschäftsführer-Posten geschaffen werden sollte, den Hendrik Hering besetzen sollte.  Die Lottogesellschaft mit Sitz in Koblenz wird seit 2014 allein von Jürgen Häfner geführt. Sein Jahresgehalt liegt bei knapp 200.000 Euro. Ende Mai soll der frühere CDU-Fraktionschef Christian Baldauf den Posten übernehmen.
Der Plan, einen zweiten Geschäftsführer Posten zu schaffen ist bei den Grünen auf Kritik gestoßen.
Katrin Eder, Bündnis 90/Die Grünen: Das war schon wieder der nächste Punkt eines missglückten Starts, den diese Regierung hingelegt hat. Lotto dient ja dazu, soziale Projekte oder Projekte im Sport oder auch Umweltprojekte finanziell zu unterstützen, die es heutzutage nicht mehr so leicht haben. Und dieses Geld hätte schlicht und ergreifend gefehlt. Und es hat sich uns überhaupt nicht erschlossen, warum das jetzt sein musste. 
Herings Konsequenz aus der Kritik, den Posten doch nicht anzunehmen, gebühre jedoch Respekt.
Auch der Bund der Steuerzahler begrüßt die Entscheidung des ehemaligen Landtagspräsidenten.
René Quante, Bund der Steuerzahler RLP: Die ursprünglich angestrebte schwarz-rote Doppelspitze bei Lotto Rheinland-Pfalz, die ging gar nicht. Da hat eigentlich die neue Koalition einen ziemlichen Stilbruch begangen. Insofern freut es uns schon, dass man jetzt davon abrückt. Über zehn Jahre lang ging es mit einem Geschäftsführer und wir sind relativ sicher, es wird auch weiterhin nur mit einem Geschäftsführer gehen. 
Lotto Rheinland-Pfalz und die Landesregierung wollen sich heute nicht zu dem Fall äußern. Hendrik Hering bleibt SPD-Abgeordneter im rheinland-pfälzischen Landtag.