Bensheimer Handballfrauen vor Saisonfinale

Die FLAMES aus Bensheim haben sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe im deutschen Frauenhandball entwickelt. Platz drei in der Bundesliga ist noch möglich, die Qualifikation für die European League bereits sicher. Morgen steht für die HSG Bensheim/Auerbach das letzte Saisonspiel zuhause gegen den Thüringer HC an – und für einige Spielerinnen auch der Abschied.

Die FLAMES brennen weiter für eine der stärksten Saisons ihrer Vereinsgeschichte. Die HSG Bensheim/Auerbach gehört inzwischen zu den Topteams im deutschen Frauenhandball mit offensivem Tempospiel, großer mannschaftlicher Geschlossenheit und einem namhaften Kader mit einigen Nationalspielerinnen.
Mareike Thomeier, Rückraumspielerin: „Wir haben Leute, die super gute Schüsse haben aus dem Rückraum, wir haben Leute, die mehr eins gegen eins spielen, die viel wühlen, wir haben Kreisläufer, die sehr gute Sperren stellen können und wir haben viele Leute, die eine sehr gute Wurfauswahl haben. Ich glaub wir haben einfach viele individuelle Qualitäten und das was so besonders ist, ist glaub ich, dass wir das sehr gut vereinen können und, dass hier eine hohe emotionale Zusammengehörigkeit gespürt wird.“ 
Auch Lucie Kretzschmar spielt bereits ihre vierte Saison in Hessen und fühlt sich in Bensheim längst zuhause. Sie ist die Tochter von Handball-Ikone Stefan Kretzschmar, der den deutschen Handballsport über viele Jahre geprägt hat. Nun sorgt Lucie selbst schon mit Erfolgen in Bundesliga und Nationalmannschaft für Schlagzeilen. Rat vom Vater gibt’s trotzdem.
Lucie Kretzschmar, Rückraumspielerin: „Den gibt’s glaub ich immer, ob ich will oder nicht. Ne also der versucht mich da auch so gut es geht zu unterstützen. Meine Mutter eher emotional, mein Vater eher dann so mit technisch-taktischen Sachen. “ 
Die wichtigen Erfolgsfaktoren: Teamgeist und Identifikation mit dem Verein – sowohl auf dem Feld als auch auf der Bank. Die Trainerin – mit einer kurzen Unterbrechung schon seit zehn Jahren mit dem Verein verbunden – hat die Entwicklung hautnah miterlebt:
Ilka Fickinger, Trainerin HSG Bensheim/Auerbach: „Wir haben uns stetig eigentlich jede Saison weiterentwickelt. Von einem Abstiegskandidaten, über Mittelfeldplatzierung, jetzt oben anzugreifen ist natürlich bombastisch. Das ist mein Herzensverein, sag ich auch ganz klar, weil hier einfach Werte vertreten werden und ich bin super stolz hier auch Trainerin sein zu dürfen. 
Der Lohn: Mit der Platzierung unter den Top-Teams der Bundesliga ist den FLAMES der Startplatz für die Qualifikation zur European League bereits sicher. Und vielleicht reicht’s am Ende gar für Bundesliga-Platz drei. Emotional wird’s ohnehin, denn beim Spiel morgen gegen den Thüringer HC werden einige Spielerinnen verabschiedet. 
Lucie Kretzschmar, Rückraumspielerin: „Wir kommen so wie wir jetzt gerade sind nie wieder zusammen. Und da einfach alles reinzuhauen und alles reinzuwerfen, ist glaub ich das Ziel von uns allen und da uns allen einen schönen Abschluss zu bereiten.“ 
Ilka Fickinger, Trainerin FLAMES: „Jetzt ist einfach klar die Devise. Wir wollen mit die zweitbeste Saison spielen, die wir eigentlich hier als FLAMES jemals gespielt haben, nach dem Vizemeistertitel, können wir das mit einem dritten Platz hoffentlich nochmal vergolden.“ 
Anwurf gegen den Thüringer HC ist morgen um 18 Uhr in der Weststadthalle in Bensheim. Danach geht es für die FLAMES erstmal in die Sommerpause – bevor in der kommenden Saison erneut die Tabellenspitze angegriffen werden soll. Für einige Spielerinnen endet morgen ein Kapitel – für die FLAMES scheint die Erfolgsgeschichte dagegen gerade erst richtig begonnen zu haben.