Weltrekordfahrt mit dem Klapprad

Ob außergewöhnliche Rekorde oder sportliche Grenzerfahrungen – Dirk Leonhard aus Bruchköbel liebt Herausforderungen. Mit Aktionen wie 12 Stunden Treppensteigen oder Triathlon auf dem Eis hat der UltraTriathlet schon Sechs Weltrekorde aufgestellt. Bei der Jagd nach seinem Siebtem könnte es diesmal klapprig werden.

 

1300 Kilometer. Bikepacking. Mit einem Klapprad.
Das ist seine neueste Challenge. Dirk Leonhard ist über eine Woche lang mit minimalem Gepäck unterwegs.
O-Ton: Dirk Leonhardt, Extremsportler
„Es ist mega anstrengend, also viel anstrengender als ich dachte. Aber ich finde genau das macht den Reiz aus, dass man aus seiner Komfortzone rauskommt und ich einfach neue Grenzerfahrungen sammle, die dann einfach Wertschätzung bringen für das Alltägliche. Dass ich ein warmes Bett habe, wo ich schlafen kann.“
Zum Übernachten hat der Extremsportler lediglich eine Isomatte, einen Schlafsack und eine Plane dabei. Einfach ins Hotel? – Nicht mit Dirk Leonhardt!  
O-Ton: Dirk Leonhardt, Extremsportler
„Ich habe das noch nie gemacht in meinem Leben und übe mich jetzt geeignete Schlafstellen zu suchen. Ob das jetzt unter einem PKW-Anhänger ist oder dann schon komfortabler in einer Grillhütte, wo ich wettergeschützt liegen kann.“
Der 44-Jährige schläft nur wenige Stunden. Denn er will den aktuellen Weltrekord von 1240 Kilometern knacken. Keine leichte Aufgabe – vor allem nicht auf einem Klapprad, das nur einen Gang hat. Eigentlich ist er 40 km/h auf dem Rennrad gewohnt. Jetzt schafft er höchstens 16.
O-Ton: Dirk Leonhardt, Extremsportler
„Es quietscht und klackert alles ein bisschen. Das muss man wollen. Und das machts eben auch aus, nicht in negative Gedanken zu verfallen, warum mache ich das. Sondern einfach zu sagen okay das ist ein Privileg, dass ich so eine verrückte Aktion machen kann.“
Hinter der Rekordjagd steckt mehr als nur sportlicher Ehrgeiz. Mit seiner Route will Dirk Leonhard ein Zeichen setzen. Seine Wegstrecke zeichnet von oben gesehen das Wort „Respekt“ auf die Landkarte. Dabei fährt er auch bewusst durch Orte, an denen sich markante Ereignisse abgespielt haben, wie der rassistische Angriff in Hanau.
O-Ton: Dirk Leonhardt, Extremsportler
„Ich hoffe einfach, da eine Botschaft zu setzen, dass wir als Gesellschaft mehr auf unsere Gemeinsamkeiten schauen, was uns verbindet und nicht immer das in den Vordergrund zu stellen, was uns vielleicht trennt.“
Die Aufmerksamkeit will Leonhardt auch auf ein weiteres Thema lenken: Mit der Aktion sammelt er Spenden für Trennungskinder – ein Thema, das ihn persönlich betrifft. Genau daraus zieht er seine Motivation. Und wo der Weg zu schlecht wird, da schiebt er halt. So kämpft sich Dirk Leonhardt Schritt für Schritt,  Kilometer um Kilometer weiter Richtung Weltrekord.