Im Weinkeller der BASF
Es gibt Weltkonzerne, die haben neben ihrem eigentlichen Kern noch ganz ungewöhnliche und oft unbekannte Nebengeschäfte. Der Autobauer Vw hat seine eigene Currywurst. Und der Chemieriese BASF hat seinen eigenen Weinkeller. Der zählt zu den größten Deutschlands und beherbergt Weine aus 35 Nationen, die wiederum in die Welt exportiert werden oder in Ludwigshafen über den Tresen gehen. In diesem Jahr feiert die traditionsreiche Kellerei ihr 125-jähriges Jubiläum.
Hier lagern rund eine Million Flaschen tausender verschiedener Weine aus aller Welt. Er hat sie nach eigenen Angaben alle selbst probiert.
Bernhard Wolff, Leiter BASF-Weinkeller
„Wir haben etwa 3000 verschiedene Weine im Angebot. Aber unsere Teams verkosten jedes Jahr 5000 und da kommt dann im Laufe einer Karriere schon ein bisschen was zusammen und dann weiß man zu fast jeden Namen hier eine Geschichte.“
Die Geschichte der „Kellerei der Badischen Anilin und Sodafabrik“ beginnt im Jahr 1901. BASF-Gäste und Geschäftspartner werden hier im Gesellschaftshaus mit pfälzischen Weinen versorgt. Weil die Nachfrage explodiert, entsteht ein großer Weinhandel mit riesiger Kelleranlage. Die BASF beschäftigt neben Ingenieuren nun auch Sommeliers. Statt Reagenz– heißt es hier also ran ans Weinglas.
Bernhard Wolff, Seit 2014 Chef des BASF-Weinkellers
„Also der Weinkeller wurde geschaffen, um erst mal beste Weine hier bereit zu halten für die Gäste, die Kunden der BASF. Aber ein anderer Grund sind genau die Mitarbeitenden, weil als man die hier nach Ludwigshafen locken wollte, zumindest aus der mittelbaren Umgebung, die hatten alle einen Weinberg hinterm Haus. Das geht freilich in Ludwigshafen nicht. Also hat man sichergestellt, dass es den Mitarbeitenden an nichts mangelt.“
Heute ist der Weinkeller wie auch die BASF in die ganze Welt expandiert. Das Unternehmen handelt neben chemischen Stoffen also auch längst im großen Stil mit Rebensaft, zählt zu den größten Fachhändlern Deutschlands, aktuell auszeichnet als Weinhändler des Jahres 2026. Zum Umsatz schweigt die BASF. Das Wein-Geschäft rentiere sich aber. Ein Verkauf oder gar Umzug des Kellers nach China sei für den kriselnden Chemiekonzern absolut kein Thema. Die unterirdischen Mauern – für Ludwigshafen mehr als ein Lagerort für edle Tropfen.
Isabella Blank-Elsbree, BASF-Historikerin
„Also das BASF-Gesellschaftshaus hatte sehr viele bekannte Gäste aus Politik. Es waren Könige da, es waren Bundespräsidenten da.“
Bernhard Wolff, Seit 2014 Chef des BASF-Weinkellers
„Da sind Wissenschaftler dabei, Nobelpreisträger, klar für Chemie, aber auch Friedensnobelpreisträger. Und im Rahmen von unseren Jubilarfeiern hatten wir auch schon viele Stars, richtige Weltstars bei uns zu Gast.“
Die nächste Feier findet in einem Monat. Dann steigt das große Jubiläums-Fest zum 125en Kellereigeburtstag. Der Eintritt ist frei.


