Hauptversammlung der Commerzbank

Bei der heutigen Hauptversammlung der Commerzbank AG geht es um mehr als Zahlen.  Denn die Aktionäre beschäftigt eine spannende Frage: Wie sollen sie auf die geplante Übernahme durch die italienische Großßbank Unicredit reagieren ?

 

Angespannte Stimmung und klarer Widerstand bei der Hauptversammlung der Commerzbank AG in Wiesbaden. Thema Nummer eins: Die Pläne der Unicredit, die Commerzbank zu übernehmen. Der Vorstand der zweitgrößten deutschen Privatbank rät den Aktionären ab, ihre Aktien an die Italiener zu verkaufen. 
Bettina Orlopp, Vorstandsvositzende Commerzbank
„Das Angebot reflektiert nicht den fundamentalen Wert der Commerzbank. Und bietet de facto keine Prämie für ihre Commerzbank Aktie. Zweitens der Plan, den die Unicredit vorgelegt hat, ist wage, birgt erhebliche Risiken und bietet kaum wertschöpfungspotential. Und drittens unsere Strategie Momentum 2030 schafft mehr Wert aus einer Kraft, bei geringeren Umsetzrisiko.“
Der Vorstand sei grundsätzlich gesprächsbereit – aber nur, wenn die Unicredit bereit sei, den Forderungen der Commerzbank entgegen zu kommen. Die italienische Großbank hält bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank-Aktien und will den Konzern komplett übernehmen. Deshalb bietet sie den Aktionären für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Aktien zum Tausch an. Aktionärsschützer zeigen sich wenig beeindruckt: 
Klaus Nieding, Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz
„Das jetzige Angebot der Unicredit ist ja kein ernsthaftes und echtes Übernahmeangebot gewesen, es ist ja nur gemacht worden, um ein teureres gesetzliches Pflichtangebot zu vermeiden und um über die 30 Prozent Hürde zu kommen. Das hat man ganz geschickt gemacht, die Tür ist offen. Herr Orcel hat mittlerweile direkt und indirekt 40 Prozent im Zugriff, damit hat er automatisch schon hier eine Hauptversammlungsmehrheit nahezu erreicht. Ich gehe davon aus das im nächsten Jahr die Dinge hier erledigt sind.“
Die Commerzbank und ihre Aktionäre zeigen heute klare Kante. Das Vorhaben der Unicredit stößt auf Widerstand. Selbst wenn ihr die feindliche Übernahme gelingen sollte, wird sie deutlich länger dauern und viel teurer werden, als die Italiener gehofft haben.