Warnstreiks bei Hotels und Gastronomie

In Frankfurt ging heute nicht viel, die Mainmetropole war von gleich mehreren Streiks betroffen: Während die Taxifahrer mehrere Straßen blockieren, marschieren die Telekom-Mitarbeiter durch die Innenstadt. Und auch in vielen Hotels und Gastronomien in und rund um Frankfurt wurde heute gestreikt.

„Gastro-Streik! Gastro-Streik!“
Gastro-Streik direkt vor der Messe. Gerade zu einer Zeit, in der dort eine internationale Leitmesse der Event-Branche stattfindet. Unter den Streikenden ist auch Carolin Walter, Oberkellnerin bei einer Hotelkette in Wiesbaden. Die alleinerziehende Mutter  klagt über zu viele Überstunden bei zu wenig Gehalt.
Carolin Walter, Oberkellnerin in Wiesbaden
„Meine letzte Gehaltserhöhung war mit meiner Beförderung, das ist aber schon etliche Jahre her. Und unsere aktuelle Chefin hat halt die Anweisung, dass keine finanzielle Möglichkeiten für irgendwelche Gehaltserhöhungen da sind.“
Nicht nur vor der Messe wird gestreikt, sondern auch am Frankfurter Flughafen und bei mehrere Hotelketten in Frankfurt, Wiesbaden und Bad Homburg. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG fordert, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 7,5 Prozent zu erhöhen. Die Arbeitgeber bieten ein Prozent an, ungelernte Arbeitskräfte ausgenommen. Sie verweisen auf die größte Pleitewelle in der Gastro-Branche seit 20 Jahren. Doch für die Gewerkschaft ist das kein Argument.
Hendrik Hallier, Verhandlungsführer Gewerkschaft NGG
„Das ist jetzt besonders merkbar, weil wir natürlich nach Corona einen gigantischen Anteil an Betrieben haben, die neu aufgemacht haben. So dass sich das jetzt alles bündelt. Ich würde sagen: Die haben jetzt gerade eine Mehrwertsteuersenkung auf die Speisen erhalten. Die schlägt natürlich voll durch.“
Dem widerspricht der Hotel- und Gastronomieverband Dehoga. Derzeit werde die gesamte Wirtschaft durch den Iran-Krieg belastet. Außerdem seien die Tariflöhne im hessischen Gastgewerbe in den vergangenen Jahren bereits um rund 27 Prozent gestiegen.
Oliver Kasties, stv. Geschäftsführer Dehoga
„Im Moment sind die Kostenbelastungen für die Betriebe enorm hoch durch steigende Energiekosten. Wir haben im Grunde das sechste Jahr in Folge eine Verlustzone, in der wir tatsächlich arbeiten. Und zahlreiche Betriebsaufgaben auch zu verkraften. Also die Branche leidet unter den erhöhten Kosten.“
Die Gewerkschaft argumentiert, die Kosten seien auch für die Angestellten gestiegen. Sie hat bereits weitere Streiks angekündigt, wenn sich beiden Tarifparteien nicht annähern sollten.