Neue ESA-Mission gestartet

Um 5:52 unserer Zeit ist heute Morgen eine Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof gestartet. An Bord: Die Raumsonde Smile. Ausgestattet mit vier Messinstrumenten will Smile Sonnenwinde und das Magnetfeld unserer Erde genaustens erforschen. Eine gemeinsame Mission von Europa und China.

Aurora Borealis, Polarlichter. Für die meisten: einfach nur wunderschön anzusehen. Für Wissenschaftler: eine Demonstration, wie effektiv unsere Erde uns vor den Gefahren im All schützt. Denn das farbige Leuchten entsteht, wenn gefährliche Teilchen aus dem Weltall auf das Magnetfeld der Erde treffen und so von uns weggelenkt werden. Ein großer Teil dieser Strahlung kommt von der Sonne, Astrophysiker sprechen von Sonnenwind. Doch wie genau funktioniert unser Schutzschild, ohne den auf der Erde kein Leben möglich wäre? Das wollen die chinesische Akademie der Wissenschaften und die Europäische Weltraumorganisation ESA mit ihrer gemeinsamen Mission Smile herausfinden.
Marcus Kirsch, Astrophysiker: „Smile schaut sich die Interaktion vom Sonnenwind und dem Magnetfeld an. Das hat man vorher bei anderen Missionen auch schon so grob gesehen, aber im Prinzip nur als Randeffekt und Smile ist jetzt im Prinzip geboren dafür, diesen Effekt genau zu messen. Also was macht der Sonnenwind, die Teilchen, die von der Sonne ausgesandt werden mit dem Magnetfeld der Erde.“
Zieht sich das Magnetfeld bei einem Sonnensturm zusammen oder dehnt es sich aus? Wie verteilen sich die Teilchen darin? Vier Messinstrumente an Bord sollen diese Fragen klären.
Marcus Kirsch, Astrophysiker: „Wenn der Satellit so fliegt, dann schaut der runter auf die Erde, misst was dort passiert, gleichzeitig misst er aber auch in dem Punkt, wo er gerade ist, den Sonnenwind. Und dann weiß er also genau, was kommt an und was macht das kurze Zeit später mit der Erde.“
Gesteuert wird die Mission diesmal nicht hier im Kontrollzentrum des ESOC in Darmstatt, dafür ist China zuständig. Trotzdem gibt es für Marcus Kirsch und sein Team viel zu tun. Es ist für die Bodenstationen verantwortlich, hat beim Start heute Morgen also die Rakete getrackt und wird künftig die Daten in Empfang nehmen, die Smile zur Erde schickt.
Marcus Kirsch, Astrophysiker: „Als Output lernt natürlich die ganze Menschheit, denn wir verstehen, wie das Magnetfeld uns schützt, was das Magnetfeld tut, wir verstehen besser, was die Sonne macht, das ist wichtig später, um zum Beispiel Satelliten zu schützen, denn diese Stürme können unter Umständen Satelliten beschädigen.“
Die Folgen können verheerend sein: Störungen im Flugverkehr, das TV- und Handynetz bricht zusammen und sogar Blackouts gab es schon, weil Hochspannungswerke lahmgelegt wurden. Es könnten Schäden in Milliardenhöhe entstehen. Umso wichtiger, dass wir verstehen, wie genau er funktioniert, unser lebensrettender Schutzschild. Und Smile wird uns dabei helfen.