Der Sporttalk mit Thorsten Arnold

Letzter Spieltag in der Fußball-Bundesliga – deshalb steht er zum Saisonabschluss noch mal hier, unser Sportreporter Thorsten Arnold.

Eva Dieterle: Thorsten, morgen finden alle Spiele zeitgleich statt und ganz viele Blicke richten sich nach Frankfurt, denn da steht gleich ein doppelter „Kampf um Europa“ an!
Thorsten Arnold: Ja klar, Gegner VfB Stuttgart kämpft um den Einzug in die Champions League und auch die Eintracht kann ja noch mit einem Sieg – und wenn Freiburg sein Spiel nicht gewinnt – den Sprung in den Europapokal schaffen. Aber heute war Eintracht-Trainer Albert Riera nochmal großes Thema. Er war sehr erzürnt darüber, dass MannschaftsInternas aus Sitzungen nach außen an die Presse gedrungen sind.
Albert Riera, Trainer Eintracht Frankfurt
„Wissen Sie auch, was ich heute Morgen zum Frühstück hatte? Haben Sie auch diese Information? Wir lachen, aber das ist ein Riesenproblem in einem Club! Interne Strafen müssen unter uns bleiben! So wie es in jeder Firma stattfindet. Wir sagen immer: Die Familie muss zusammenhalten, die Dinge werden im Haus besprochen. Es ist einfach unglaublich!“
Thorsten Arnold: Ja also ich glaube, das wird nichts mehr mit Riera und der Eintracht. Das wars wohl endgültig. Aber die Eintracht hat noch ein Problem, wenn Internas nach außen dringen, dann ist nicht nur der Trainer schuld. Und um seine Zukunft mache er sich keine Sorgen, er werde einen schönen Sommer haben auf Mallorca. 
Mod: Wir schauen zu unserem anderen Erstligisten, zum FSV Mainz 05. Der hat ja den Klassenerhalt schon sicher – trotzdem sind die Mainzer noch mal gefordert.
Thorsten Arnold: Ja sie spielen nochmal eine entscheidende Rolle im Abstiegskampf, treten an in Heidenheim – und die können tatsächlich noch nach dem letzten Strohhalm greifen, müssen gewinnen. Die Mainzer zuletzt mit einem ziemlichen Spannungsabfall im letzten Spiel gegen Union Berlin. Und da sendet Trainer Urs Fischer ein deutliches Versprechen an die beteiligten Vereine im Abstiegskampf.
Urs Fischer, Trainer FSV Mainz 05
„Dass ich keine Geschenke mache, dass wir versuchen die bestmögliche Mannschaft auf den Platz zu bekommen und natürlich auch versuchen, die bestmögliche Leistung abzurufen.“ 
Thorsten Arnold: Die Mainzer stehen auf Platz 10 und den gilt es alleine deshalb schon zu verteidigen, weil jeder Platz, den man noch abrutscht, für weniger Fernsehgeld-Einnahmen sorgt. Also mal gucken, wie kämpferisch sie sich noch präsentieren in der letzten Partie.
Mod: Thorsten, in der 2. Liga ist für unsere heimischen Vereine schon alles entschieden, trotzdem wollen wir zum Saisonabschluss nochmal nach Darmstadt schauen, denn da heißt es: Abschied nehmen.
Thorsten Arnold: Ja, von einem, der den Verein auf dem Platz in den vergangenen 12 Jahren maßgeblich geprägt hat: Fabian Holland, langjähriger Kapitän – für ihn ist am Sonntag Schluss im Lilien-Trikot. Und sein aktueller Cheftrainer Florian Kohfeldt würdigt ihn noch mal ganz besonders:
Florian Kohfeldt, Trainer SV Darmstadt 98
„Er ist und bleibt derjenige, der Fußball als Mannschaftssport versteht und symbolisiert und das ist in der heutigen Zeit im Profifußball nicht mehr selbstverständlich. Das muss man klar so sagen. Und deshalb geht er als Ikone und als Legende dieses Vereins und wird für immer jemand sein, der sehr eng mit den Lilien verbunden ist. Und das hat er sich mehr als verdient.“ 
Thorsten Arnold: Na das sind doch bewegende Worte und wir schauen, wo es Fabian Holland hin verschlägt. Denn ganz die Fußballschuhe an den Nagel hängen will er noch nicht.
Mod: Die Bundesliga-Saison geht zu Ende, nach der Fußball-WM sehen wir uns hier an dieser Stelle wieder und beleuchten wie immer unsere heimischen Bundesliga-Vereine. Bis dahin und vielen Dank, Thorsten!
Thorsten Arnold: Gerne.