Trendsport Drohnenrennen

Am häufigsten hört man von Drohnen im Zusammenhang mit Spionage, moderner Kriegsführung oder, wenn es Störfälle an deutschen Flughäfen gibt. Was viele nicht wissen: Es gibt mittlerweile auch Drohnensport. Seit einigen Jahren werden nationale und internationale Wettkämpfe abgehalten – vor allem in China ist das Interesse groß. Wir haben einen Drohnenpiloten aus Hessen getroffen.

Man hört sie schon, bevor man sie sieht.Und dann geht’s los. Mit bis zu 200 km/h lenkt Nicholas Proulx hier in Weilmünster seine FPV-Renndrohne durch den abgesteckten Parcours. FPV – Das steht für „First Person View“, was auf Deutsch so viel bedeutet wie „Ich-Perspektive“. Heißt: Nicholas steuert seine Drohne im Sitzen, auf seiner Brille sieht er, was die Drohne sieht. Etwa eineinhalb Minuten reicht der kleine Akku für die knapp 5 PS starke Drohne. Ihn reizt…
Nicholas Proulx
„… das Tempo extrem. Also das Adrenalin, wenn du jetzt im Turnier bist. Du fliegst da mit sechs Leuten parallel. Du bist da wirklich am fighten, das ist so ein bisschen wie die kleine Formel1 durch die Luft sage ich mal. (…). Und dann ist es einfach dieses Gefühl, wenn du die Brille aufsetzt, tauchst du in diese andere Welt ein und bist dann halt für diese eineinhalb Minuten wie der Akku lange hält, komplett focused, „locked in“ sage ich immer.“
Ein Videospiel im echten Leben – So beschreibt Nicholas Proulx das Gefühl, FPV-Drohne zu fliegen. Wie beim Gaming kommt es auf Fingerfertigkeit und Reaktionsschnelligkeit an.
Nicholas Proulx
„Im Turnierbereich besonders sind die meisten Leute zwischen 14 und 18 tatsächlich. Also sehr jung, schnelles junges Hirn. Der größte Unterschied zum Zocken ist: Wenn du was kaputt machst, kannst du nicht einfach auf einen Knopf drücken und du bist wieder am Leben oder ‚respawnt‘. Sondern es ist einfach kaputt und du musst es wieder reparieren.“
Genau das liebt der 25-Jährige. Denn dass die Drohne abstürzt, gehört zu Training und Wettkampf dazu. Reparieren, basteln und tüfteln sind so sehr Teil des Sports, wie das Fliegen selbst. Anders als Freizeit-Piloten baut er seine Drohnen selbst zusammen.
Nicholas Proulx
„Die ganze Elektronik, Flight-Controller, Regler sind das. Dann hat man noch einen Videosender, um das Bild an die Brille zu schicken. Das alles zusammenbauen, Motoren auf den Rahmen. Ich sag mal, gebaut ist das relativ schnell. Danach hat man noch die Software-Komponenten. Man muss das ein bisschen einstellen, Regelungsparameter, man muss die Connection zu den Funken aufbauen und zu dem Controller.“
Der wichtigste Wettkampf in diesem Jahr steht im Herbst an – Dann geht es für Nicholas Proulx nach China zur Weltmeisterschaft. Bis dahin heißt es Brille auf, eintauchen in die Perspektive der Drohne und so oft es geht durch den Parcous jagen.