Schauspielerin mimt Patientin an Uniklinik
Zu Gunsten der Medizin schlüpfen Schauspieler manchmal auch in eher ungewöhnliche Rollen. Abseits von Theater, Film oder Werbung spielen einige von ihnen in der sogenannten Lernklinik der Unimedizin Mainz Patient. So helfen sie beispielsweise angehenden Zahnärzten, echte Behandlungssituationen zu üben. Wir haben Patientendarstellerin Julia Himmelsbach einen Tag lang bei ihrem Schauspieljob der anderen Art begleitet.
Paula Hell hat heute einen Zahnarzttermin. Sie hat eine Zahnfleischentzündung und wird über die folgenden Behandlungen von ihrer Zahnärztin aufgeklärt. Doch der Termin ist nicht echt – Paula Hell ist nur eine Rolle.
Gespielt wird sie von Julia Himmelsbach. Die 35-jährige Schauspielerin stellt heute eine ängstliche Patientin dar.
Julia Himmelsbach, Patientendarstellerin
„Es ist natürlich schon was ganz anderes, weil es natürlich immer live ist und immer anders. Natürlich habe ich ein Skript und ich weiß ungefähr, was das für eine Person ist. Ich kenne die Eckdaten, Beruf und natürlich das Krankheitsbild. Aber dadurch, dass es halt Gespräche sind ist es immer auch ein großer Teil Improvisation.“
Seit sechs Jahren ist Julia Himmelsbach Patientendarstellerin. Durch einen Kollegen wird sie damals auf den Job aufmerksam. Die Ingelheimerin steht auch im Theater auf der Bühne und für Filme vor der Kamera.
Vor allem die Interaktion mit den Studierenden begeistert sie an dieser Rolle.
Julia Himmelsbach, Patiendarstellerin
„Ich finde die echt toll, weil ich tatsächlich in dem Bereich hier das Gefühl habe, dass ich wirklich was zurückgeben kann, also dass ich wirklich jemanden helfen kann. Ich habe auch schon häufig mitbekommen, dass die Studierenden da sehr froh und dankbar drüber waren, dass sie so schwierige Situationen mal üben konnten.“
Im siebten Semester behandeln Zahnmedizinstudenten erstmals echte Patienten. Zuvor trainieren sie in einer Simulation mit unterschiedlichen Patiententypen – vom redseligen Rentner bis zum stillen Informatiker. Eine Simulation dauert zehn Minuten, danach gibt es Feedback von Kommilitonen, Dozenten und Patientendarstellern.
Für die Studierenden ist das eine wichtige Vorbereitung.
Emma Maria Ferrrara, Zahnmedizinstudentin 10. Semester
„Es sind natürlich Extreme, die hier abgebildet werden, aber mir hat das schon sehr geholfen, weil ich bei den Patienten, die man später dann auch wirklich behandelt hat auch gemerkt habe, wie ich damit umgehe, weil ich habe es schonmal so erlebt in diesen Kommunikationstraining. Und entsprechend wusste ich dann auch, mit was für Skills oder mit was für einer Art von Kommunikation ich am besten auf diese Person zugehen kann.“


