Frankfurt wildert Hamster aus
Der Feldhamster steht in der Kategorie eins der roten Liste gefährdeter Tierarten in Deutschland. Auch in Hessen kämpft er ums Überleben. Noch vor wenigen Jahren galt die Tierart in Frankfurt als nahezu verschwunden: 2022 wurde nur noch ein einziger Hamster-Bau entdeckt. Doch jetzt gibt es Hoffnung.
Flummi, Gouda, Wilhelmine. So heißen drei der 24 Feldhamster, die heute ihr neues Leben in Freiheit starten. Die etwa einjährigen Nager wurden von der Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz gezüchtet, um ihre stark gefährdete Population zu stärken. Heute werden sie im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim ausgesetzt.
Julia Heinze, Leiterin der Feldhamsterzuchtstation der AGF
„Das dauerhafte Ziel hier in Bergen-Enkheim ist die Main-Kinzig Population, das ist unsere große hessische Feldhamsterpopulation, dass wir die stützen.“
Früher war der Feldhamster in Hessen weit verbreitet, heute gibt es nur noch wenige größere Populationen. Aus einer zusammenhängenden Population ist ein fragmentiertes Insel-System geworden. Ein Grund dafür:es wird viel gebaut.
Nach langem Warten geht es für die Tiere hinaus aufs Feld. Dafür wurden spezielle Schutzflächen vorbereitet – vorgebohrte Löcher in der Erde ausgestattet mit einem Lunchpaket. Denn der Feldhamster braucht mehr als nur ein freies Feld: Er braucht Überlebenschancen.
Julia Heinze, Leiterin der Feldhamsterzuchtstation der AGF
„Die Überlebenschancen für die Hamster, die jetzt ausgewildert werden sind leider nicht ganz so gut. Vor allem die Männchen haben ein relativ hohes Risiko von Beutegreifen eben auch gefasst zu werden. Das ist aber einfach einkalkuliert. Also es geht darum, dass letztendlich die Nachkommen dieser ausgewilderten Hamster möglichst viel reproduzieren. Und diese Nachkommen haben eben deutlich bessere Überlebenschancen.“
In den vergangenen Jahren wurden hier bereits 58 Tiere ausgewildert. Seit 2024 lässt sich erstmals eine Ausbreitung in die Umgebung nachweisen. Die Stadt Frankfurt unterstützt das Artenschutzprojekt jährlich mit 50.000 Euro.
Tina Zapf-Rodriguez (Bündnis 90 / Die Grünen), Klima- und Umweltdezernentin Frankfurt am Main
„Zum einen lockert der Feldhamster mit seinen Bauten den Boden hier in der Gegend, dort wo er sich eben ausbreiten kann, und andererseits ist der Feldhamster auch ein wichtiges Beutetier, wichtig für das Ökosystem vor Ort und trägt dann zur heimischen Artenvielfalt auch bei. Von daher ist es für uns als Stadt auch ganz wichtig hier den Bestand zu stärken und das zeigt bisher auch Erfolg.“


