Bilanz des Hausarztprojekts HÄPPI

Ein neues Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz soll Hausarztpraxen stärken. „HÄPPI“ heißt es, entlastet Ärzte und gestaltet den Praxisbetrieb durch digitale Hilfe effizienter. Dadurch soll die Versorgung vor allem auf dem Land sichergestellt werden.

Hier sind heute wirklich alle happy. Denn das Pilotprojekt „Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung interprofessionell“ kurz „HÄPPI“, ist laut Hausärzteverband Rheinland-Pfalz ein voller Erfolg. Sieben Pilotpraxen gibt es, eine davon:  Die Hausarztpraxis von Dr. Verena Gall in Mommenheim. Durch das neue Projekt konnte die Praxis ganze 250 zusätzliche Patienten aufnehmen. Der Schlüssel: Arbeitsteilung.
Dr. Verena Gall, Hausärztin
„Der Patient der merkt, er sieht nicht jedes Mal den Arzt, sondern er sieht eben auch das ein oder andere mal – solange es unproblematisch ist –  eine akademische nicht-ärztliche Gesundheitsfachkraft. Also der Patient mit Bluthochdruck, der gut eingestellt ist und zur Kontrolle kommt, muss ja nicht unbedingt den Arzt sehen.“
In der Praxis von Verena Gall haben sich mehrere Mitarbeiter zu solchen qualifizierten Fachkräften weiterbilden lassen. Ein KI-gestützter Assistent übernimmt jetzt den Telefondienst. Weiterbildungen für Fachkräfte hat das Gesundheitsministerium während des Pilotprojektes mit 280.000 Euro gefördert.
Clemens Hoch (SPD),Gesundheitsminister RLP
„Jetzt das Projekt hat gezeigt. Es kann wirklich funktionieren, wenn wir auf mehr KI setzen, wenn wir auf multiprofessionelle Teams setzen, wenn wir die Patientinnen und Patienten wieder in den Mittelpunkt rücken in ihrer Ansprache. Es muss nicht immer alles ein Arzt machen. Dann ist das eine gute Bandbreite wie wir medizinische Versorgung bei einer älter werdenden Bevölkerung sicherstellen.“
Damit das Projekt auch nach der Testphase von anderen Praxen übernommen werden kann, müssen die Krankenkassen mitspielen. Denn aktuell gibt es nur Geld, wenn Patienten von einem Arzt untersucht werden. In Zukunft dürfe man aber nicht mehr vom Arzt, sondern von der Praxis sprechen.
Barbara Römer, Hausärztinnen- und Hausärzteverband RLP
„Das soll für alle ein Startpunkt sein damit wir jetzt gerade im ländlichen Raum von Rheinland-Pfalz stabile, innovative, moderne hausärztliche Versorgung sicherstellen können. Weil das ist das, was die Bevölkerung von uns erwartet. Sie wollen versorgt werden. Dafür braucht es neue Ideen – die haben wir. Und jetzt gilt es den Sprung von dem Piloten in die reguläre Versorgung hinzubekommen.“
Laut der Studie kommen die HÄPPI-Praxen auch bei den Patienten gut an. Alle sieben  Pilotpraxen wollen an dem Projekt festhalten. Sie sind überzeugt, dass so die medizinische Versorgung gesichert werden könne.