Schaltgespräch mit Fraport-Aufsichtsratschef Alexander Lorz

Eva Dieterle spricht mit ihm über die Herausforderungen, der sich die Fraport stellen muss.

Eva Dieterle, Moderatorin:
Und jetzt ist mir der hessische Finanzminister und neue Aufsichtsratsvorsitzende der Fraport AG Alexander Lorz zugeschaltet. Guten Tag.
Alexander Lorz (CDU). Finanzminister Hessen / Aufsichtsratsvorsitzender Fraport AG:
Schönen guten Tag, Frau Dieterle.
Dieterle:
Herr Lorz, angesichts vieler geopolitischer Herausforderungen stagnieren momentan die Fluggastzahlen am Flughafen Frankfurt. Wioe wollen Sie es schaffen, die Wettbewerbs-Fähigkeit des Airports wieder zu steigern?
Lorz:
Also zunächst einmal müssen wir uns anschauen, was für Sonderbelastungen haben wir in Frankfurt bzw. ganz generell in Deutschland? Da hoffen wir jetzt mindestens mal auf die Rücknahme der Erhöhung der Luftverkehrssteuer. Das ist auch ein ganz wichtiger Schritt. Dem müssen weitere folgen, weil andere Flughäfen haben einfach weniger Belastung und sind damit natürlich auch attraktiver für die Airlines. Das ist ein wesentlicher Punkt. Aber natürlich muss Frankfurt auch insgesamt ein attraktiver Flughafen bleiben. Wir arbeiten an der Optimierung des Reiseerlebnisses. Das neue Terminal 3 ist ein ganz wesentlicher Schritt auf diesem Wege. Und so müssen wir den Flughafen auch weiter gestalten und ausbauen.
Dieterle:
Apropos Expansion: Lufthansa baut gerade zusammen mit dem Flughafen München das dortige Terminal 2 aus. Müssen Sie in Frankfurt nicht befürchten, dass der Flughafen München immer mehr Tor zur Welt wird und Frankfurt nach und nach den Rang abläuft?
Lorz:
Also da mache ich mir keine Sorgen. Aber trotzdem ist natürlich richtig, die in München unternehmen auch große Anstrengungen – das ist ja auch vollkommen in Ordnung so – und wir müssen uns auch weiter anstrengen. Wer nicht weiter vorwärts kommt, der fällt zurück. So ist das in vielen Bereichen des Lebens. Und das gilt natürlich auch für einen Flughafen. Aber wir sind mit dem neuen Terminal 3 da sehr gut aufgestellt, auf einem sehr guten Weg. Wir werden jetzt Terminal 2 sanieren. Also auch das wird ein hochattraktiver Ort sein. Am Terminal 1 laufen die Arbeiten sowieso permanent weiter. Also wir sind ein attraktiver Standort. Wir haben viel zu bieten, aber wir dürfen auch nicht nachlassen in unseren Anstrengungen.
Dieterle:
Für Flüge aus Deutschland soll von Juli an eine niedrigere Ticketsteuer gelten. Experten sagen, das wird sich nicht positiv auf die Ticket-Preise auswirken. Zwingen können Sie die Airlines nicht, dass sie die günstigeren Preise an die Passagiere weitergeben?
Lorz:
Nein, das ist richtig. Aber es geht ja zunächst einmal auch darum, den Flughafen überhaupt für die Airlines attraktiv zu halten, damit die Verbindungen existieren, für die die Tickets dann auch verkauft werden. Und das ist der Grund, warum wir uns genau anschauen müssen: Was für Belastungen haben wir am Standort und wo muss man diese Belastungen möglicherweise reduzieren, um die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens zu steigern?
Dieterle:
Danke an Alexander Lorz, den neu gewählten Aufsichtsratschef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport.
Lorz:
Gern geschehen.