Pflegerin des Jahres kommt aus Ludwigshafen
Bei schweren Verletzungen, zum Beispiel nach Autounfällen, sind Patienten auch auf stationäre Pflege angewiesen. Manja Bergmann aus Ludwigshafen betreut genau solche Menschen – und wurde jetzt zur Pflegerin des Jahres gekürt.
Das Querschnittszentrum der BG Klinik in Ludwigshafen. Für Pflegerin Manja Bergmann ist heute der zehnte Tag in Folge Frühdienst: Das heißt Arbeitsbeginn um 06:00 Uhr morgens.
Manja Bergmann, Pflegerin
„Kommst du mal schnell in meine Arme. Hast ja einen so anstrengenden Vormittag gehabt.“
Die 48-Jährige pflegt hier Menschen, deren Leben sich von einen auf den anderen Tag schlagartig geändert hat. Patient Chris hatte im November einen Mountainbikeunfall, seitdem ist er querschnittsgelähmt. Er schätzt die Arbeit seiner Pflegerin sehr.
Chris, Patient
„Immer gute Laune, egal wie, wenn es draußen regnet immer gute Laune. Wenn man halt wie in unserem Fall Querschnitt ist, ist gute Laune die beste Medizin eigentlich. Dann vergisst man schon mal, dass man eingeschränkt ist.“
Und schon geht’s weiter zum nächsten Patienten. Berthold Sczesniok hatte einen Autounfall, liegt seit Februar wegen einer schwerwiegenden Rückenmarksverletzung hier. Für ihn ist Manja Bergmann nicht nur eine Pflegerin, sondern auch eine Lebensretterin. Denn die Schmerzen waren für ihn kaum auszuhalten.
Berthold Sczesniok, Patient Querschnittszentrum BG Klinik
„Ich habe für mich entschieden, dass ich am 13.03. sterben will. Und habe mich am 13.02. mich von meinen Bekannten verabschiedet. Dann habe ich aus dem Handy die Nummern genommen und habe die Manja angerufen, mich bei ihr verabschiedet. Und Manja meinte, sei doch nicht blöd, komm zu uns.“
Für ihre Arbeit wählt sie die Initiative Herz & Mut zur Pflegerin des Jahres 2026. Die Oggersheimerin setzt sich im bundesweiten Pflege-Preis gegen 1.000 Pflegekräfte durch.
Berthold Sczesniok, Patient Querschnittszentrum BG Klinik
„Sie kommt rein und als wenn die Sonne aufgeht. Und wenn sie keine Zeit hat, kommt sie nur kurz rein und sagt hallo. Und es gibt einfach das Gefühl, es geht bergauf.“
Besonders bei Pflegerin Manja Bergmann: Sie setzt Düfte als Teil einer ergänzenden Aromatherapie ein.
Manja Bergmann, Pflegerin Querschnittszentrum BG Klinik
„Das geht ja über den Riechsinn direkt auch ins limbische System, die Wirkung im Riechprozess. Da werden Neurotransmitter im Gehirn moduliert. Das heißt sie können schlaffördernd wirken aber auch anregend wirken, wie zum Beispiel hier der Rosmarin atemvertiefend. Und von daher ist die Wirkung und das Wirkspektrum riesengroß und wird auf jeden Fall unterschätzt. Mein Ziel ist es hier wirklich in Deutschland die Aromapflege auf den Weg zu bringen. Evidenzbasiert natürlich.“
Aromatheraphie sollte Teil der Pflegeausbildung werden, fordert sie.
Ihr Rezept den anspruchsvollen Beruf zu meistern: Nicht nur andere, sondern auch sich selbst pflegen.
Manja Bergmann, Pflegerin des Jahres 2026
„Weil ich glücklich bin habe ich die Energie. Und dass ich glücklich bleibe dafür mache ich selber was, kümmere mich um mich selber, habe jetzt auch Selbstfürsorge zu meinem Hobby gemacht schon seit zehn Jahren und habe einen tollen Mann und habe tolle Kinder und super Freunde und ich glaube das ist so die Basis dafür, dass man glücklich sein kann. Und Verbindungen aufzubauen zusätzlich noch zu anderen Menschen, das macht einfach glücklich trotz Herausforderungen in der Pflege.“


