Schüler experimentieren im Chemikum Marburg
In Deutschland fehlen derzeit rund 134.000 Fachkräfte im MINT-Bereich – also in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. Umso wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche früh dafür zu begeistern. Genau hier setzen außerschulische Bildungseinrichtungen an – wie zum Beispiel das Chemikum Marburg. Es wird von einem gemeinnützigen Verein betrieben, der experimentelles Lernen außerhalb der Schule ermöglicht.
Wussten Sie, dass aus Trockeneis und stillem Wasser Sprudelwasser entsteht? Oder dass Trockeneis Metall zum Schwingen bringen kann?
Wenn nicht, dann geht es Ihnen wie der 9. Klasse des Gymnasiums Schloss Wittgenstein. Hier wird aber nicht nur zugeschaut – die Schüler experimentieren selbst und bekommen Einblicke, die im Schulalltag oft zu kurz kommen.
Sina
„Es ist schon ein bisschen spannender, weil wir können hier die Sachen machen und die ausprobieren.“
Justus
„Also in der Schule muss man sagen macht man auch viel theoretisch, also man arbeitet jetzt nicht so ganz viel mit den Mikroskopen oder so. Aber das hier mal zu sehen und richtig zu erleben ist schon sehr cool.“
Janna
„Hier ist das nochmal so ganz anders, weil hier macht man so krassere Experimente. Und auch bei den Mikroskopen sieht man halt so echte Lebewesen.“
Im Labor beginnt der chemische Teil: Die Schüler lernen durch eigene Experimente die unterschiedlichen Eigenschaften des Wassers kennen. Zum Beispiel erhitzen sie eine mit Wasser gefüllte Plastikdose und kühlen sie anschließend wieder ab – die Dose zieht sich dabei zusammen. Der Grund: Wasserdampf benötigt mehr Volumen als flüssiges Wasser.
Nebenan folgt der biologische Teil: Die Schüler mikroskopieren und füttern kleine Lebewesen und erfahren, wie wichtig Wasserqualität für das Leben im Wasser ist. Zwei Experimente gefallen den 9.-Klässlern besonders gut.
Ida
„Ich fand das am besten tatsächlich mit den Tierchen, wie man so sehen konnte wie die zum Beispiel so andere Tierchen gegessen haben.“
Sina
„Tatsächlich das mit dem Trockeneis, was wir gemacht haben. Wir haben das so in warmes Wasser gemacht und dann kam da so cool dieser Dampf raus.“
Tim
„Es ist interessant zu sehen, wie dahinten bei den Mikroskopen auch so kleine Teilchen da so schnell hin und her schwimmen, also das so viele kleine Viecher im Wasser sind, die man sonst nicht sieht.“
Verena
„Ich fand auch das Trockeneis am coolsten, weil das war mal so eine Abwechslung zum Chemieunterricht.“
Die Schüler besuchen heute den Wasserworkshop — einen von zehn Workshops, die im Chemikum Marburg angeboten werden. Ziel ist es …
Jonas Hill, Chemiker Chemikum Marburg
„… tatsächlich die Begeisterung dafür zu wecken und auch den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass eigentlich jeden Menschen, wenn er sich ein bisschen für die Welt interessiert ein Naturwissenschaftler ist und das es Spaß macht die Welt zu entdecken. Und dass es nicht nur bedeutet man muss seine Nase in Bücher stecken, sondern man kann mit der Welt direkt erfahren.“


