Große Rembrandt-Ausstellung in Kassel

Hier dreht sich jetzt allerdings alles nur um ein einziges Jahr im Lebens des berühmten Malers. Die Gemäldegalerie im Kasseler Schloss Wilhelmshöhe zeigt die Ausstellung „Rembrandt 1632 – Entstehung einer Marke“. Rund 50 hochkarätige Leihgaben – unter anderem aus London, Mailand und Japan – beleuchten den Moment, in dem aus dem jungen niederländischen Künstler plötzlich ein Name wird, den heute jeder kennt.

1632 zieht der damals 26-jährige Rembrandt Harmenszoon van Rijn nach Amsterdam. Die Stadt boomt, wohlhabende Bürger wollen sich porträtieren lassen — und Rembrandt nutzt genau diese Chance. Indem er vor allem sich selbst malt. Nicht aus Selbstverliebtheit, sondern aus Strategie
Justus Lange, Kurator „Rembrandt 1632 – Entstehung einer Marke“
„Wie er sich als wohlhabender Amsterdamer Bürger zeigt, mit Hut, weißem Kragen und schwarzer Tracht. Miniaturhaft zeigt er hier, so könnten auch sie aussehen, wenn sie bei mir ein Porträt in Auftrag geben.“
Doch um den Durchbruch zu schaffen, muss der Müllerssohn auf dem Amsterdamer Kunstmarkt irgendwie herausstechen und experimentierfreudig sein.
Marina Heß, Kuratorin „Rembrandt 1632 – Entstehung einer Marke“
„Und das macht er, indem er unglaublich innovativ arbeitet. Das kann man besonders schön, bei der Auferweckung des Lazarus sehen. Nie wurde Christus von hinten gezeigt, das ist was vollkommen Neues, was man so überhaupt nicht kannte. Und offensichtlich ist er damit unglaublich erfolgreich, die Menschen finden das ganz fantastisch.“
Neben seinem Talent hat er auch ein Gespür fürs Marketing. Angelehnt an großen Meistern wie Michelangelo, signiert er seine Bilder ab 1632 fast schon frech nur noch mit Vornamen: die Marke „Rembrandt“ ist geboren. Die fasziniert damals wie heute auf die gleiche Art: Alles wirkt lebendig.
Justus Lange, Kurator „Rembrandt 1632 – Entstehung einer Marke
„Die Personen stehen nicht einfach da wie Zinnsoldaten oder ganz starr, sondern eine kleine Bewegung wird angedeutet. Bei dem Mann, der die Feder schneidet an den Händen. Auch die Frau sitzt nicht statisch auf dem Stuhl, sondern man hat den Eindruck, sie ist dabei demnächst aufzustehen und das sind kleine Details mit denen Rembrandt ja auch eine Natürlichkeit, eine Bewegung und eine Lebensnähe zeichnet.“
Dieses und auch Rembrandts Markenzeichen Nummer zwei können die Besucher selbst testen.
Marina Heß, Kuratorin „Rembrandt 1632 – Entstehung einer Marke“
„Hier kann man sich selbst im Licht von Rembrandt fotografieren lassen. Das Licht trifft von links auf einen drauf. Das ist so ja auch in gewisser Weise sein Markenzeichen. Also ganz typisch Rembrandt – das ‚Rembrandt-Licht‘.“
Die rund 50 Leihgaben aus aller Welt nach Kassel zu lotsen hat mehrere Jahre gedauert. Die Versicherungssumme dürfte astronomisch sein. Rembrandts erzielen auf dem Kunstmarkt regelmäßig Preise in Millionenhöhe, stehen leider auch bei Dieben hoch im Kurs.
Wer die Bilder, die den Star schufen ganz legal sehen will, hat dafür bis zum 9. August im Kasseler Schloss Wilhelmshöhe die Möglichkeit.