Kampf gegen Deepfakes

Sexualisierte Deepfakes, das sind gefälschte Pornografien, die mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt werden. Dafür werden etwa die Gesichter von Frauen auf fremde Körper montiert – ohne deren Einverständnis. Besonders bekannt ist der Fall von Schauspielerin Collien Fernandes. Er hat deutschlandweit eine große Welle der Bestürzung und Unterstützung ausgelöst. Doch Deepfakes treffen auch etliche Frauen, die nicht so prominent sind wie Fernandes. Bei der Opferhilfe Weißer Ring können sie sich Unterstützung suchen.

Wenn Dirk Schindowski hier sitzt, sind die Gespräche meist höchst vertraulich. Der 55-Jährige ist Mitarbeiter bei der Opferhilfe Weißer Ring im Westerwaldkreis sowie IT-Forensiker und privater Ermittler. Heißt: Im Umgang mit sexualisierten Deepfakes ist Schindowski Profi und weiß, was solche Bilder und Videos in den Betroffenen auslösen können.
Dirk Schindowski, Weißer Ring RLP
„Die Situation, wo das Bild aufgenommen worden ist, kann ja total unverfänglich sein. Es kann ja sogar ein Hochzeitsbild gewesen sein ursprünglich, was man dann genutzt hat und missbräuchlich in eine Situation hineingegeben hat. Aber trotzdem, man fühlt sich da immer dreckig in dem Moment, wenn man so etwas sieht, also benutzt. Und ist dann auch natürlich machtlos, man bricht so ein bisschen zusammen. Wie kann ich das greifen? Was ist da gemacht worden?“
Um das einzuordnen, können die Mitarbeiter des Weißen Rings helfen: Sie leisten Beistand oder begleiten die Betroffenen zur Polizei. Auch wenn es beim Thema sexualisierte Deepfakes noch ein großes Dunkelfeld gibt, ist klar: In aller Regel sind die Opfer Frauen, die Täter stehen meist in einem persönlichen Verhältnis zu ihnen.
Gabi Jahnen, stellvertretende Landesvorsitzende Weißer Ring RLP
„Da kommt dann jetzt auch wieder dieser Spruch ‚Die Scham muss die Seite wechseln‘. Ich habe nichts Falsches gemacht, sondern da ist ein anderer, der was Falsches gemacht hat. Und da ist bei vielen Betroffenen eine riesen Hemmschwelle, weil sie nicht sicher sind, bin ich selbst Schuld, dass so etwas passiert ist?“
Dirk Schindowski sagt klar: Nein. Und prangert an, dass die Möglichkeiten, um solche Deepfakes zu erstellen, viel zu einfach sind.
Dirk Schindowski, IT-Forensiker und privater Ermittler
„Weil man heutzutage die KI nutzen kann, um ganz schnell ein Foto und Video zu ändern. Und das ist ein Klick. Da gibt es Voreinstellungen, das ist überhaupt kein Problem. Und wenn ich damit gar nicht klar komme, wird es irgendjemanden geben, der das für mich macht und ich das einfach nur in Auftrag geben muss gegen Bezahlung.“
Hier braucht es ganz klar schärfere Gesetze, so Schindowski. Auch um die Arbeit der Staatsanwaltschaft zu erleichtern.