Hessenforum der Metall- und Elektroindustrie
Knapp 200.000 Menschen arbeiten in Hessen in der Metall- und Elektroindustrie, die damit die größte Industrie im Land ist. Beim Branchentreffen Hessenforum, haben gestern Abend Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaft darüber diskutiert, wie die hessischen Metallunternehmen angesichts massiver Probleme fit für die Zukunft gemacht werden können. Wir haben eine Firma in Frankfurt besucht, die trotz des Strukturwandels nicht meckert, sondern momentan richtig was macht.
Mit hohem Druck kennen sie sich bei Samson in Frankfurt aus. Ventile für den Weltmarkt – seit über 100 Jahren hier das Kerngeschäft, um Öle, Gase oder Dämpfe zu regeln. Weniger politische Regelwut wünscht sich der Samson-Chef.
Andreas Widl, Vorstandsvorsitzender SAMSON AG Frankfurt
„Weniger Restriktion, bedeutend weniger Berichterstattung. Wissen sie, wir verbrauchen relativ viel Ressourcen damit, dass wir dokumentieren, was wir tun. Damit schaffen wir keinen Mehrwert und gewinnen keinen neuen Kunden. Ich erwarte mir von der Politik, dass sie uns alle Freiheiten gibt unternehmerisch zu handeln und diese ganzen Fußketten der Administration und der Bürokratie abzubauen und dann kriegen wir das Land schon wieder auf die Reihe.“
Wie das trotz Kriegen und Krisen auf der Welt funktionieren kann, war gestern auch Thema beim Hessenforum der Metall- und Elektroindustrie. Wettbewerber aus Amerika oder Asien mit günstigerem Strom oder schnelleren Genehmigungen säßen den hessischen Unternehmen im Nacken, so Hessenmetall-Vorstand Wolf Matthias Mang, der ausbleibende Reformen der Bundesregierung kritisiert.
Wolf Matthias Mang, Vorstandsvorsitzender HESSENMETALL
„Zu Beginn der Coronakrise hatte ich immer die Hoffnung, dass wir eines Tages einen Impfstoff haben, wie wir aus dieser Krise herauskommen. Im Moment fehlt mir die Hoffnung, wie wir aus dieser Krise herauskommen. Weil ich sehe nicht, dass in Berlin an einem Impfstoff bildlich gesprochen gearbeitet wird. Und deshalb ist es wirklich schwierig im Moment Hoffnung zu haben.“
Hoffnung trotz Krise hat man beim Ventilhersteller Samson – der mit seinen 2000 Mitarbeitern gerade von Frankfurt nach Offenbach zieht und für ein neues Werk mitsamt Unternehmenszentrale über 450 Millionen Euro investiert. Ein riesiges Gelände – und ein Bekenntnis zum schwächelnden Standort Deutschland.
Andreas Widl, Vorstandsvorsitzender SAMSON AG Frankfurt
„Das heißt, wir gestalten gerade Zukunft und das rechnet sich natürlich nicht in fünf Jahren, definitiv aber in der nächsten Generation.“Wolf Matthias Mang, Vorstandsvorsitzender HESSENMETALL
„Wir müssen das jetzt begreifen, in welcher Situation sich unser Land befindet! Die Wirtschaft hat die Kraft! die Wirtschaft kann das! Aber wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, dann setzt die Wirtschaft auch die Kraft in anderen Regionen auf der Welt ein.“


