Digitaltechnik für Bahnbaustellen
Ab Mitte Juli wird die Deutsche Bahn die Schienenstrecke sanieren, die entlang des rechten Rheinufers von Wiesbaden über Rheinland-Pfalz bis nach Nordrhein-Westfalen führt. Auf diesem Abschnitt fahren vor allem viele Güterzüge. Damit die Einschränkungen durch die Bauarbeiten möglichst gering sind, setzt die Bahn bei der vorbereitenden Vermessung auf moderne digitale Technologien. Und die haben wir uns mal aus nächster Nähe angeschaut.
Einsatz für die Kamera-Drohne am Bahnhof Koblenz-Ehrenbreitstein. Aus der Luft vermisst sie Oberleitungen, Masten, Bahnsteige. Die hochauflösende Optik sorgt für Daten, die in kurzer Zeit in ein 3D-Modell übertragen werden. Die herkömmlichen Vermessungsinstrumente wie Dreibein oder Messrad haben Pause.
Frank Schmidt, Gesamtprojektleiter DB Korridorsanierung Rechter Rhein
„Das Besondere an dieser neuen Technik ist eben, dass wir anhand dieser Aufnahmen mit der Drohne und mit den Kameras deutlich schneller sind in der Vermessung der Strecke. Und das eben unter laufendem Betrieb auch machen können, wofür wir sonst die Sperrungen im Gleis gebraucht und den Betrieb deutlich beeinflusst hätten.“
Von den oberirdischen Anlagen geht es im virtuellen Raum direkt unter die Erde. Hier wird geprüft: Sind die Fahrkartenautomaten an der richtigen Stelle geplant? Sind die Aufgänge zu den Bahnsteigen breit genug veranschlagt? Die Daten dazu liefert diese 360-Grad-Kamera, wie man sie von Online-Kartendienstleistern kennt. Der Vermesser trägt diesen Rucksack-Scanner, der seine Umgebung rundum erfasst. Und auch unter die Erde können die Spezialisten blicken: Dieses sogenannte Georadar spürt verborgene Strukturen im Boden auf – bis zu einer Tiefe von vier Metern.
André Winkler, Regionalleiter DB Engineering & Consulting
„Wir können damit Kabel und Leitungen erkunden, was ein ganz wichtiges Thema ist. Denn oft liegen Kabel nicht da, wo sie nach Plan liegen sollten. Und wenn dann just an der Stelle, wo wir zum Beispiel einen Verbau für eine große Baugrube rammen wollen, sich ein Kabel befindet, dann ist das ungünstig. Das kann ein Telekom-Kabel sein, wo wir dann irgendwelche Rechenzentren mit ausschalten. Aber es können auch die eigenen Signalkabel der Deutschen Bahn AG sein und dann haben wir hier massive Betriebsausfälle auf der Strecke.“


