Tankrabatt: Verband erwartet „Schlangen an der Tankstelle“

Herbert Rabl vom Tankstellen-Interessenverband zum ab 1. Mai geltenden Tankrabatt.

Eva Dieterle: Herr Rabl, jetzt wurden die Sprit-Preise ja zuletzt immer wieder massiv erhöht. Jetzt kommt der Tankrabatt. Wie viel werden die Autofahrer denn davon am Ende überhaupt spüren?
Herbert Rabl: Also ganz konkret werden wir das nur spüren, wenn sich die Mineralölgesellschaften Marketinggag einfallen lässt. Und heute Nacht um 00:00 um 0,17 € die Preise senkt. Aber on the long run werden wir davon wenig spüren, weil wir können nicht kontrollieren, ob der Vorteil, der Steuervorteil wirklich weitergegeben wird. Das Gesetz hat den Webfehler, dass zwar die Steuersenkung beschlossen ist, aber kein Kontrollmechanismus eingebaut wird. Ob die 0,17 € auch wirklich weitergegeben werden? Insofern können wir nur hoffen, dass wir das spüren. Ob wir viel spüren müssen? Wir sehen.
Dieterle: Ab Mitternacht gilt der Tankrabatt, wann wird man das an der Tanksäule direkt merken? Gleich früh morgens?
Rabl: Ist eher unwahrscheinlich, weil die Mineralölkonzerne haben schon gesagt, wir haben ja noch den versteuerten Sprit an den Tankstellen unter der Erde. Wahrscheinlich werden wir, wenn wir überhaupt viel spüren werden, wir im Laufe der kommenden Woche niedrigere Preise sehen. Aber wir werden nie kontrollieren können, ob die 0,17 € wirklich beim Verbraucher ankommen.
Dieterle: Wenn dann vermutlich sehr viele auf einmal Tanken wollen, auf was muss man sich am Feiertag einstellen? Auf lange Schlangen? Möglicherweise auch auf Engpässe?
Rabl: Also die Deutschen sind eine Angstnation, und wenn sie erwarten, dass es etwas billiger gibt, dann werden sie ganz schnell an die Tankstelle fahren. Das heißt, ich erwarte, wir erwarten Schlangen an der Tankstelle und dann kann schon sein, dass mal eine Tankstelle leer läuft. Und dann kann es sein, dass der eine oder andere gewartet hat und nicht mehr bekommt. Das ist möglich. Wie sich die Tankstellen und die Konzerne darauf einstellen. Die sind vorbereitet. Aber wenn der Ansturm zu groß ist, dann kann schon mal so was passieren.
Dieterle: Da fragen Sie den Falschen, weil wir als Pächter beeinflussen die Preise überhaupt nicht. Die Mineralölkonzerne, die kleinen wie die großen, die das tun, die müssen Sie fragen. Und die haben möglicherweise viel zu wenig Angst vor dem Kartellamt, weil das Kartellamt sich ja zunehmend als zahnloser Tiger beweist und das ist sowieso für die ganze Situation schlecht.