Immer mehr Fälle von Dieselklau

Mit den explodierenden Preisen im März ist auch die Zahl der Dieseldiebstähle deutlich angestiegen – von 32 auf 63 Fälle im Monat. Für die Logistikunternehmen bedeutet das eine zusätzliche Belastung in ohnehin schon angespannten Zeiten – und für die LKW-Fahrer immer öfter ein böses Erwachen.

LKW-Fahrer Eric Baumann aus Neuwied war schon öfter Opfer von Dieselklau – bisher hauptsächlich im Ausland. Doch seit die Spritpreise so durch die Decke gegangen sind, beobachtet er das Problem auch in Deutschland.
Eric Baumann, LKW-Fahrer aus Neuwied: „Man wacht auf und macht morgens den Motor an und dann geht die gelbe Lampe an. Wenn man es nicht nachts schon mitbekommt. Also man wird schon auch manchmal wach, aber ansonsten morgens, wenn die gelbe Lampe an ist. Ja, das ist mittlerweile schon der erste Blick morgens, wenn man die Zündung anmacht, ob der Tank noch voll ist.“
Die Spritdiebstähle passieren meist in der Nacht. Die Tat selbst dauert nur wenige Minuten. Tankdeckel öffnen, Gartenschlauch rein und abpumpen. Spuren hinterlassen die Täter kaum, wenn es nicht gerade eine Überwachungskamera gibt. Das Landeskriminalamt sieht einen klaren Zusammenhang zwischen den Fallzahlen und den Spritpreisen.
Bastian Kipping, LKA Rheinland-Pfalz: „Im Vergleich Februar/März, da haben sich die Zahlen tatsächlich verdoppelt. Wir können auch feststellen, dass wenn die Dieselpreise relativ hoch sind, das war ja 2022 der Fall, da hatten wir dann um die 500 Fälle und die Jahre darauf waren es dann eher um die 400 Fälle.“
Betroffen sind hauptsächlich LKW, aber auch landwirtschaftliche Fahrzeuge, PKW weniger. Die Polizei empfiehlt Fernfahrern, nur auf gut beleuchteten Rastplätzen zu parken und Bewegungsmelder mit Licht- oder Tonsignal anzubringen. Auch Schlösser oder Gitter um den Tankdeckel könnten manchmal helfen – das kann aber auch nach hinten losgehen.
Bastian Kipping, LKA Rheinland-Pfalz: „Wenn die jetzt besonders gut gesichert sind, dann wird auch gerne mal der Tank aufgebohrt, um dann entsprechend den Schlauch rein zu stecken und dadurch haben sie natürlich nochmal zusätzliche Sachschäden.“
Und der LKW-Fahrer hängt auf dem Rastplatz fest.
Hakan Gezer, LKW-Fahrer aus Wöllstein: „Ich hab einen entdeckt. Dann bin ich hin und hab gesagt was ist los, Kollege und dann hat der gesagt ‚die haben mir in den Tank ein Loch gemacht, Diesel geklaut‘. Schade natürlich. Und dann musste er drei Tage warten dort, bis die Werkstatt kommt und einen neuen Tank stellt. Ja, es gibt solche Leute.“
Eric Baumann hat die Diebstähle an seinem LKW zwar oft währenddessen bemerkt – doch seine eigene Sicherheit hat in dem Moment Priorität.
Eric Baumann, LKW-Fahrer: „Klauen lassen. Also höchstens hupen, Motor anmachen und weg fahren, aber nie Fenster auf oder Tür auf, weil die sind nicht alleine.“
Es ist ein lukratives Geschäft für die Diebe. Wenn die Spritpreise wieder fallen, könnte sich die Lage vielleicht entspannen.