Lückenschluss an der A1 geht voran

Die 25 Kilometer lange Lücke der A1 in der Eifel – seit Jahrzehnten zwingt sie Auto- und LKW-Fahrer auf Umleitungen durch kleine Ortschaften und Gemeinden. Die Folgen: Eine hohe Lärmbelastung für die Anwohner und zeit- und kostenintensive Umwege für Transportunternehmen und ansässige Betriebe. Doch allmählich tut sich was. Denn: Die Vorarbeiten, die es für den Ausbau des ersten Teilabschnitts braucht, sind vor kurzem gestartet.

 

Hier, an der Anschlussstelle Kelberg, dem bisherigen Ende der A1 soll in ein paar Wochen eine ein Kilometer lange Baustraße fertiggestellt werden. Sie ist nötig, um später den schweren Baustellenfahrzeugen, die es für den eigentlichen Ausbau braucht, überhaupt die Zufahrt zu ermöglichen. Das ist aber Zukunftsmusik: Denn zunächst einmal sind ganze zwei Jahre eingeplant, um Bodengutachten für den Bau von 20 Brücken zu erstellen, eine Umsiedlungsfläche für bedrohte Tierarten zu errichten, notwendige Flächen zu roden und 130 Verdachtsstellen vom Kampfmittelräumdienst prüfen zu lassen. 
Athanasios Mpasios, Projektleiter Die Autobahn GmbH des Bundes:
„Wir wissen natürlich nicht im Moment, was das ist. Ich gehe mal vom worst Case tatsächlich von einer Weltkriegsbombe sein, über Patronenhülsen, bis hin zu harmlosen Nägeln oder sonst was, aber das muss jetzt erst einmal untersucht werden. Da sind wir jetzt im Moment dran.“
6 Jahre lang, von 2028 bis 2034, soll der Bau des ersten, 10 Kilometer langen Teilabschnitts zwischen Kelberg im Kreis Vulkaneifel und Adenau im Kreis Ahrweiler dauern. Auch wenn das noch lange hin ist – für einige ist der heutige Tag Grund zur Hoffnung.
Julia Gieseking, Landrätin des Landkreises Vulkaneifel:
„Wir sind erst mal total happy, dass es hier losgeht. Dass die Bagger rollen. Darauf hat unsere ganze Region wirklich Jahrzehnte kann man eigentlich schon sagen gewartet. Das ist einfach hier ein sichtbares Signal, dass hier wirklich viel gemacht wird. (…) Natürlich würde ich mir auch wünschen. Es würde schneller gehen, aber es ist natürlich logisch, dass bei einem so großen Projekt viel gemacht werden muss.“ 
Für Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ist der A1 Lückenschluss das wichtigste Bauprojekt in ganz Rheinland-Pfalz. Es werde die Wirtschaft und den Tourismus in der Region ankurbeln, die von den Umleitungen betroffenen Bürger entlasten und in Sachen Infrastruktur auch die nationale Sicherheit erhöhen. 14
 Patrick Schnieder (CDU), Bundesverkehrsminister:
„Es gibt eben das Erfordernis unter den waltenden geopolitischen Voraussetzungen, dass wir schneller werden. Auch um schnell im Zweifelsfall Truppen und Gerät verlagern zu können. Und dann müssen diese Abwägungen einen besonderen Vorrang haben.“ 
So sieht es auch das Bundesverwaltungsgericht, das Ende letzten Jahres die Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz abgewiesen und grünes Licht für das Bauvorhaben gegeben hatte. Klar ist aber auch: So lange die Lücke der A1 nicht geschlossen ist, müssen weiterhin die Umleitungen genutzt werden. Allein durch die Ortsgemeinde Dreis rollen laut der Gemeinde schätzungweise 4000 Fahrzeuge pro Tag – und damit auch ein Brummi nach dem anderen – durch die Straßen der Vulkaneifel.